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Dr. Frank Pisani und sein Team kümmern sich um die Gesundheit der Neuankömmlinge (Foto: Volker Wiebels)

Mülheim. Die gestern in Mülheim angekommenen 81 Flüchtlinge haben dank der geleisteten Arbeit der städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der hervorragenden Kooperation mit dem DRK und der JUH die erste Nacht in Mülheim gut überstanden. Das konnte Stadtkämmerer Uwe Bonan zufrieden feststellen. „Chaotisch bleibt hingegen das Vorgehen der Bezirksregierung“, so Uwe Bonan.

Auch Mülheim musste innerhalb von 24 Stunden im Auftrag des Landes eine „Erstaufnahmemöglichkeit“ für 150 Flüchtlinge schaffen. „Und der Bezirksregierung war es offensichtlich egal, vor welche Probleme uns das stellt. Man hat uns u. a. völlig im Unklaren gelassen, welche Aufgaben im Rahmen der Erstaufnahme zu erledigen sind“, kritisiert Bonan. Es sei sehr bedauerlich, dass es dem Land bisher nicht gelungen ist, ausreichende Kapazitäten für die Erstunterbringung bereit zu stellen. Die Stadt Mülheim kann laut Bonan auf Dauer keine Landesaufgaben übernehmen. „Wir stehen schon bei der Regelzuweisung von Flüchtlingen vor einer großen Herausforderung. Hier wollen wir weiterhin eine professionelle Unterbringung, Betreuung und Integration der Flüchtlinge gewährleisten.“

Völlig ungeregelt – so die Verantwortlichen in der provisorischen Erstaufnahmestelle in der Sporthalle an der Lehnerstraße – kamen gestern Nachmittag/Abend die Flüchtlinge mit Bussen in Saarn an. „Keine Papiere und auch sonst Nichts hatten sie dabei“. Ohne die professionelle Hilfe der Rettungsdienste wären man aufgeschmissen gewesen, dankt Uwe Bonan im Namen der Stadt den Johannitern und auch dem DRK.

Heute nun versucht die Stadtverwaltung mehr „Struktur in das Ganze“ zu bekommen. Die Ausländerbehörde des Ordnungsamtes ist derzeit vor Ort, nimmt die Personalien auf und erteilt die sogenannte BÜMA (Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender). Das Gesundheitsamt hat unter Leitung von Dr. Frank Pisani eine „medizinische Sichtkontrolle“ aller Personen vorgenommen. „Es läuft“, freut sich Uwe Bonan, „zumindest bei uns.“

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