Bis vor ca. 2 Jahren nutzte der TÜV Nord die ehemalige Germendonkschule als College (Foto: Christian Voigt)

Moers. Die Stadt Moers steht aktuell in Verkaufsgesprächen mit dem Eigentümer des ehemaligen Schulgebäudes des TÜV Nord in der Taubenstraße, der ehemaligen Germendonkschule in Moers-Meerbeck. Künftig könnten dort übergangsweise Flüchtlinge untergebracht werden. Dies hatte Bürgermeister Christoph Fleischhauer dem Ältestenrat des Rats der Stadt Moers am Freitag, 22. Januar, mitgeteilt. Das Gebäude bietet Raum für etwa 250 Menschen.

Wenn die Fachausschüsse und der Rat auf der Basis der Verwaltungsvorlage im März positiv entscheiden, könnte die nötige Sanierung des Gebäudes starten. Sie würde rund sechs Monate dauern. Wenn die Flüchtlingszahlen zurückgehen, soll an der Stelle Wohnbebauung entstehen. Mit dem möglichen Erwerb würde die Stadt die komplette Planungshoheit über das Grundstück erlangen. Das ehemalige Schulgebäude würde dann abgerissen.

Die Taubenstraße bildet die Grenze zwischen dem alten Wohngebiet im Osten von Meerbeck und der seit 2002 entstehenden Neubausiedlung „Wohnpark Meerbeck-Ost/Planetensiedlung“ mit über 500 Einfamilienhäusern, die besonders von jungen Familien erworben werden. Der auf 10 Jahre Bauzeit vorgesehene „Städtebauliche Vertrag“ zwischen der Stadt Moers und Baugesellschaften als Töchter der Ruhrkohle AG wurde seitens des Bauträgers nicht eingehalten. Durch die Arbeit der örtlichen Anwohnerinitiative Meerbeck-Ost/Hochstraß veranlasst, gab der Bauträger, der inzwischen unter dem Namen vivawest agiert, 2011 ein Bebauungsende für 2019 bekannt.

 

 

Germendonkschule
Wegen der ständigen Schulraumnot an der evangelischen Volksschule (Uhrschule) in Meerbeck machten die Schulverhältnisse, besonders der evangelischen nach dem Zweiten Weltkrieg, einen Neubau erforderlich. Nach dem ein geeigneter Bauplatz zur Verfügung stand, wurden die Planungsarbeiten für den Neubau sowie für die Finanzierung vorangetrieben. In drei Bauabschnitten sollte die neue Schule erstellt werden. Den Anforderungen der modernen Schulgestaltung wurde besonders Rechnung getragen. Neben geeigneten Räumen für den Handarbeitsunterricht und den Unterricht in Hauswirtschaft für die Mädchen wurde auch ein Werkraum für die Jungen eingeplant. Sein ganz besonderes Augenmerk richtete der Kulturausschuss auf die Bereitstellung einer modernen Aula. Sie sollte so eingerichtet werden, dass sie nicht nur den Gemeinschaftsveranstaltungen der Schule genügte, sondern darüber hinaus als würdiger Festraum für kulturelle Veranstaltungen in der Gemeinde dienen konnte. Am 9. April 1959 wurde die neue Schule eingeweiht. Es entstanden zunächst, die zum ersten Bauabschnitt gehörenden, zwölf Schulräume zur Verfügung.   (aus „Zuhause in Meerbeck“ von Karlheinz Tepper)

 

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