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Moers. Ein außergewöhnlicher Deutschkurs für Flüchtlinge findet seit dem 24. November am Gymnasium Adolfinum statt. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer geben Flüchtlingen aus sieben Herkunftsländern praktischen Deutschunterricht. Er wird in Trägerschaft und in Kooperation mit der Volkshochschule Moers – Kamp-Lintfort durchgeführt. Zurzeit nehmen rund 30 Männer daran teil. „Entstanden ist die Idee daraus, dass einige Kollegen und die Schülervertretung gesagt haben, dass sie helfen wollen“, erläutert Lehrerin Claudia Landes, die das Projekt am Adolfinum betreut. Der Unterricht findet ehrenamtlich und außerhalb der regulären Schulzeiten statt.

„Der Unterricht bereichert nicht nur die Flüchtlinge, sondern auch uns“, sind sich die beteiligten Schülerinnen und Schüler einig. Besonders schätzen die Schüler auch das engagierte und konzentrierte Arbeiten ihrer „Schützlinge“. Die Stunden werden sehr praxisnah durchgeführt. Beispielsweise haben die Lerngruppen den Naturschutzbund in Wesel besucht, um die niederrheinische Natur und Tierwelt kennenzulernen. Auch bei einer Backaktion in der Vorweihnachtszeit und bei künstlerischen Aktivitäten werden deutsche Vokabeln gelernt. Um je nach Vorkenntnissen und Bildungsstand optimalen Unterricht bieten zu können, werden die Männer in Lerngruppen von drei bis fünf Mitgliedern eingeteilt. Ergänzend gibt es noch ein Sportangebot. Auch beim Fußballspielen auf dem Platz des „Moerser Turnverein“ wird die Gelegenheit genutzt, Deutsch zu lernen.

Zusätzlich helfen die Schülerinnen und Schüler beim Deutschunterricht für Seiteneinsteiger an der Justus-von-Liebig-Hauptschule. „Mein großer Respekt und meinen herzlichen Dank für das Engagement. Dies entlastet auch die Volkshochschule, die bereits mehrere zusätzliche Deutschkurse eingerichtet hat. Ich würde mir wünschen, dass andere Schulen in Moers dieses gute Beispiel nachahmen“, so Dr. UIrich Steuten, Fachbereichsleiter bei der vhs Moers – Kamp-Lintfort. Dankbar sind auch die Flüchtlinge, die an den Kursen teilnehmen. Sie erhoffen sich gute Chancen in ihrer neuen Heimat.

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