Dinslaken/Moshi (Tansania). Nele Kazur ist seit zehn Jahren begeisterte Teilnehmerin des Dinslakener City-Laufes. In diesem Jahr kann sie nicht teilnehmen, weil sie sich im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres in Tansania aufhält. Da Nele jedoch eine begeisterte Läuferin ist, hat sie sich überlegt, einfach 11 000 km südlich von Dinslaken im T-Shirt des 11. Dinslakener City-Laufes 2016 in Moshi beim Kilimanjaro-Marathon am 28. Februar über eine Distanz von 10 km an den Start zu gehen. Für diese außergewöhnliche Idee schickte ihr Michael Keuten von Marathon Dinslaken ein druckfrisches City-Lauf-Shirt für einen „Testlauf“ durch die Hitze Afrikas zu.

Früh am Morgen des 28. Februar ging es los. Noch vor sechs klingelte der Wecker, denn bereits um 7.15 Uhr war der Start angesetzt. Eine durchaus sinnvolle Zeit, andernfalls wären sicherlich aufgrund der Hitze einige Menschen zusammengebrochen.

Ganz anders als beim jährlichen Dinslakener City-Lauf gab es von jeder Distanz nur einen Lauf. Dementsprechend viele Menschen waren auch unterwegs. Die Startmusik des Dinslakener City-Laufes hatte Nele nach dem kleinen Knall etwas vermisst, trotzdem änderte das nichts an der kribbelnden Vorfreude auf den Lauf. Viele verschiedene Gruppen waren unterwegs. Von singenden Schulklassen über super trainierte Läufer und Kindern mit Behinderung. Aber nicht nur die Menschen, sondern auch die Kleidungen gaben eine interessante Mischung her. Der Favorit der Schuhart war, anders als vielleicht zu erwarten, kein Turnschuh, sondern Ballerinas oder alternativ Flipflops. Dazu wurden dann Strumpfhosen, Röcke und Jumpsuits getragen. Die Läufer des Halb- und Marathons hatten meist allerdings Sportkleidung an. Aber auch hier gab es Läufer mit Clownmasken.

Im Ziel wurden alle Läufer mit reichlich Wasser versorgt. Während sich die Läufer der kleineren Distanzen erholten, trafen die ersten Läufer des Halbmarathons ein. Die in der Regel nicht besonders leisen Tansanier, verfielen jedes Mal in großen Jubel beim Eintreffen der Finisher, als jedoch der erste tansanische  Läufer ins Ziel kam, war das Publikum nicht mehr zu halten.

Nele Kazur arbeitet in Moshi für ein Jahr beim tansanischen Roten Kreuz in verschiedenen Bereichen mit. Sie hilft in Schulen den Kindern das Schreiben und Rechnen beizubringen. Nele arbeitet mit Kindern im Alter von 4-9 Jahren und mit Kindern mit Behinderung an unterschiedlichen Schulen. Außerdem erteilt sie Jugendlichen Erste Hilfe Kurse in Form einer Unterrichtsstunde. Zusätzlich zu der Arbeit in den Schulen gibt es verschiedene Projekte. Diese Projekte dienen vor allem dazu ärmere oder HIV positive Menschen zu unterstützen. Beispielsweise gibt es das Mikro-Kredit-Projekt. Hier bekommt eine Person einen kleinen Kredit, von dem sie sich zum Beispiel eine Nähmaschine kauft. Damit kann sie dann Geld verdienen und den Kredit zurückzahlen. Ein anderes Projekt ist das sogenannte Chicken-Projekt. Es läuft ganz ähnlich ab wie das andere, nur wird, nachdem die Hühner Eier gelegt haben und die Küken geschlüpft sind, ein Teil der Hühner an eine andere Familie oder Person weitergegeben. 

Dieser Freiwilligendienst läuft über das Jugend-Kreuz Westfalen-Lippe und wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert. 

Für ihr soziales Engagement sowie ihre läuferische Leistung in Tansania verdient Nele Kazur den größten Respekt und die Mitglieder von Marathon Dinslaken freuen sich, sie 2017 beim 12. Dinslakener City-Lauf wieder begrüßen zu können!

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