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Moers. Es klingt schon fast skurril: Während es Piraten mit Säbeln und Kanonen früher auf Goldschätze abgesehen hatten, sind ihre Nachfahren heute alten Kleidern hinterher. Abgetragene Hosen, ausrangierte Mäntel und zerschlissene Schuhe – „der Wertstoffpreis ist dafür aktuell wieder gestiegen“, weiß Ulrich Kempken, bei der ENNI Stadt & Service (ENNI) Abteilungsleiter für die Bereiche Entsorgung und Reinigung, warum die sogenannten Müllpiraten aktuell auch in Moers wieder verstärkt ihr Unwesen treiben. Am Wochenende plünderten sie rund 30 Altkleidercontainer der ENNI und richteten dabei einen nicht unerheblichen Schaden an. „Wenn die Behälter wie üblich gefüllt waren, gehen den Moerser Gebührenzahlern dadurch rund 5000 Euro verloren“, ärgert sich Kempken, der die Wertstofferlöse aus den Altkleidern wie bei Schrott, Altpapier und Elektrogeräten für stabile Abfallgebühren einsetzt.

Das Geschäft mit Altkleidern boomt. Im vergangenen Jahr sammelte die ENNI insgesamt rund 700 Tonnen ausgediente Kleidung ein, die nach Abzug aller Kosten ein Plus von etwa 200.000 Euro einbrachten. „Müllpiraten wirtschaften hingegen in die eigene Tasche“, bittet Kempken die Moerser deshalb im eigenen Sinne, die Augen offen zu halten und Auffälliges bei der ENNI oder der Polizei zu melden. Dies hat am Sonntag ein aufmerksamer Bürger getan, der Fotos von der illegalen Leerung eines Containers machte und sich das Kennzeichen der Müllpiraten notierte. Ulrich Kempken hat inzwischen Anzeige erstattet und erklärt: „Die ENNI hat die Firma Dohmann aus Dortmund mit der Leerung der Altkleidercontainer beauftragt. Ihre Fahrzeuge sind auch durch einen entsprechenden Aufkleber zu erkennen.“

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