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Leider durch den erneuten Fund einer Wasserleiche im Rhein mit aktuellem Bezug (Foto: Oliver Jung)

Rheinberg/Wesel. „Kommen Sie schnell! Mein Mann liegt schon seit 5 Minuten regungslos im Pool.“ Mit dieser Notrufmeldung wurden in Kleingruppen über 35 Notärzte und Rettungsdienstpersonal zu einer Übungsstation am Auesee und dem DRK-Zentrum in Wesel gerufen. „Obwohl es nur eine Übungssituation ist, steigt der Adrenalinspiegel schlagartig in die Höhe“, so einer der beteiligten Ärzte.

Das theoretische und praktische Wissen im Umgang mit Wasserunfällen wird in der notfallmedizinischen Ausbildung immer noch kaum behandelt.

An einer weiteren Station mussten die Teilnehmer zeigen, dass sie auch in Rettungsbooten in der Lage sind, einen Verunfallten mit der klassischen Erste Hilfe und Herzdruckmassage lebend an den Landrettungsdienst zu übergeben. Die Enge sowie die Reduzierung technischer Hilfsmittel brachten einige Teilnehmer gehörig ins Schwitzen.

Die mittlerweile dritte Fortbildungsveranstaltung „Wasserrettung und Notfallmedizin“ der DRK-Wasserwacht Rheinberg hat sich zum Ziel gemacht, bei der Vermittlung der erforderlichen Fähigkeiten zu helfen. Es ist daher wenig überraschend, dass die Ausbilder und Übungsbegleiter um den Chefarzt des Klinikum Düren Prof. Dr. Stefan Schröder in den Ablauf eingreifen um Tipps und Tricks weiterzugeben. „Seit heute weiß ich, wie ich im Notfall einen Taucher ausziehen und medizinisch versorgen kann. Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht.“, so ein weiterer Teilnehmer.

Der Veener Kardiologe und leidenschaftliche Taucher Dr. Karl-Heinz Schmitz hat in seinem Vortrag und den praktischen Übungen einprägsam gezeigt, welche Probleme Taucher unter Wasser bekommen können. Wie wichtig die enge Vernetzung von Rettungsdienst und Wasserrettung ist, wird bei jedem Notfalleinsatz am Wasser deutlich.

Leider wird der Einsatz am und im Wasser immer häufiger. Ein Grund sind die Schließung von Hallenbädern und Reduzierung von Schwimmstunden in den Schulen. Immer weniger Kinder können sicher schwimmen. Neben den Kindern verunglücken auch immer mehr Erwachsene. Insbesondere der Rhein und schnellfließende Gewässer sind Lebensgefährlich und sollten auf keinen Fall zum Schwimmen genutzt werden.  Hier bestehen erhebliche Gefahren durch unsichtbare Strudel, wechselnde Strömungen und die Berufsschifffahrt.

Die DRK-Wasserwacht appelliert an alle Eltern, ihre Kinder in Schwimmkursen den sicheren Aufenthalt im und am Wasser beibringen zu lassen und nur bewachte Badestrände zur Abkühlung zu nutzen!

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