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Duisburg. Der Herbst treibt es bunt, und zwar ganz besonders im AWOcura-Seniorenzentrum Ernst Ermert. Bis Ende November ist im AWO-Haus auf der Wintgensstraße in Duissern die Ausstellung „Kommunikation durch Farbe“ zu sehen. Die Malgruppe, die Bewohnerinnen und Bewohner des AWOcura-Seniorenzentrums zu Stift und Pinsel greifen lässt, zeigt ihre Werke. Mehr als 70 ausdrucksstarke Bilder sind in der Cafeteria, dem Foyer und auf den Fluren im Erdgeschoss zu sehen. Die Kunst bringt die Menschen ins Gespräch und spricht zu den Betrachtern. Das Motto der Ausstellung ist wohl gewählt.

Als Dankeschön für das Leihen der Kunstwerke haben Heimleiter Dirk Münster und Rabea Gröning, Leiterin des Sozialen Dienstes, allen Künstlern während der Vernissage Ende August eine Rose überreicht. Oder anders gesagt: Lasst Blumen sprechen.

Entstanden sind die Bilder im AWOcura-Seniorenzentrum Ernst Ermert. Bereits seit 10 Jahren leitet dort Katharina Czyz den Treff der Farbenfrohen. Gemeinsam mit ihrer ehrenamtlichen Helferin Anne-Elisabeth Struth inspiriert Katharina Czyz die Seniorinnen und den Senior. Manfred Manenbach ist der einzige Mann in der Gruppe. 

Was da im Zusammenspiel gelingt, kann sich sehen lassen. Deshalb initiierte Rabea Gröning die Ausstellung. Ob Landschaften, Stillleben oder Variationen eines vorgegebenen Motivs – die acht malenden Frauen und der Mann am Pinsel stellen farbenfroh eine Verbindung zu ihrer Welt und zu ihren Gefühlen her. Die Techniken sind durchaus unterschiedlich. Gemeinsam aber ist die Freude, sich über die Kunst ausdrücken zu können und, wie es der Titel der Ausstellung sagt, zu kommunizieren.

Was übrigens bereits bei den Gesprächen während der Malstunden immer dienstags um 10 Uhr gelingt. Für 90 Minuten tauchen die Teilnehmerinnen dann in die Welt der Farben und Formen ein. Das Besondere dabei ist, dass viele der älteren Menschen erst durch die Malgruppe, ihr Talent für das Malen entdeckt haben. Dabei hört man immer wieder in der Runde: „Eigentlich kann ich gar nicht malen.“

Rabea Gröning ergänzt: „Ist ein Bild dann aber fertiggestellt, sind viele ganz erstaunt, dass sie selbst dieses Kunstwerk erschaffen haben.“ Katharina Czyz und Anne-Elisabeth Struth helfen dabei: Sie inspirieren und ermutigen. Ihre Vorlagen, Tipps und Anregungen stehen oft am Anfang des künstlerischen Prozesses. Mit kleinen Pinselstrichen begleiten sie dann auch auf der Strecke bis zur Fertigstellung.

Dabei geht es um mehr als Kunst um der Kunst willen. Rabea Gröning: „Das Malen stärkt das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein. Unserer Bewohnerinnen und Bewohner werden zu richtigen Künstlern. Für viele gehören die kreativen Stunden dienstags daher auch zu den schönsten der Woche. Bei netten Gesprächen, viel Lob und Motivation können sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Viele Teilnehmerinnen der Malgruppe wundern sich oft nach 90 Minuten, dass die Zeit schon um ist.“

Darüber hinaus nehmen beim Malen Lebenserfahrungen, Gefühle und Erinnerungen bildhafte Gestalt an. Auch dieses „Selbstgespräch“ gehört zur Kommunikation durch Farbe. Und ganz handfest: „Das Hobby fördert die Ausdauer und die Konzentration. Die Feinmotorik, die im Alter häufig nachlässt, lässt sich durch das Malen wieder stärken.

Rabea Gröing sagt über die Ausstellung: „Das alles kann man wissen. Doch für einen Besuch der Ausstellung ist dieser Hintergrund nicht notwendig. Die Bilder sprechen für sich selbst.“

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