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Oberhausen. Vorbei ist sie, die Premiere der 1. OTV Endurance-Meile. Sie hinterlässt zufriedene Organisatoren, allen voran Robert Kempf, Gründer des Endurance Teams im Oberhausener Turnverein, Ideengeber für viele Events der Abteilung – wie auch für den neuen Meilen-Lauf.

Wie er auf die Idee kam? Kempf: „Ich bin die ‚alte‘ OTV-Meile früher mitgelaufen. Viele Läufer kennen die Meile aus der Vergangenheit, ich habe gehofft, dass allein der Name ein Zugpferd ist für unsere Neuauflage.“ Und wie steht Josef Ziegenfuß dazu, 1. Vorsitzender und Organisator von 24 Meilen aus vergangenen Jahren? „Wir haben uns abgestimmt. Er hat gesagt ‚macht mal‘. Nur den Namen wollte er geändert haben. Das haben wir getan. Und die Veranstaltung in den Sommer gelegt, die war früher im Februar. Ich wollte etwas im Sommer.“

Ein Jahr Nachdenken und Arbeit von der Idee bis zur Ausführung. Warum tut man sich so etwas an? Kempf: „Es macht Spaß, etwas zu organisieren. Und da die Mitglieder des Endurance Teams an etlichen Läufen im Lande teilgenommen haben, dachte ich, wir könnten auch mal was anbieten. Nicht immer nur nehmen, sondern auch geben.“ Stichwort geben: Kempf schickt einen herzlichen Dank an die Sponsoren. „Ohne die wäre es gar nicht gegangen!“

An Helfern mangelt es nicht am großen Tag. 33 stehen an den Strecken und weisen den Weg, verteilen an den Posten Getränke, weitere ca. 30 listen die Daten der Nachmeldungen auf (und das sind viele), geben Startnummern aus, haken Namen ab, pflegen alles ein ins Laptop, notieren die Zieleinläufe, kümmern sich um die elektronischen Anlagen und, last but not least, um das leibliche Wohl – schon vor dem ersten Start. Es gibt Gegrilltes, Salate und Kuchen und natürlich Getränke.

Nur der eingeplante Moderator sagt ab – 36 Stunden vor Beginn der Veranstaltung. Helfer in der Not wird Laurenz Thissen, in Läuferkreisen bekannt als „Stimme des Niederrheins“: Souverän meistert er die Situation, moderiert gekonnt und gutgelaunt.

Als erstes werden die Bambini auf die Strecke über eine Viertelmeile geschickt, 34 an der Zahl: Jahrgänge 2009 bis 2014. Jüngster Teilnehmer ist Jonathan Mersch, zweieinhalb, den nimmt ein kleines Mädchen liebevoll an die Hand und führt ihn bis ins Ziel. Zwei der Kleinen erschrecken sich beim Startschuss so, dass sie weinen und überredet werden müssen, die Runde um den Platz (ca. 400 m) zu laufen. Süß. Gewertet werden die Jüngsten in der Liste alle mit 01:00 min.

Die Jugend ist dran. 39 Kids im Alter von sieben bis dreizehn laufen um die Wette, ungefähr eine Meile = 1600 m. Hier ist teils ausgesprochener Ehrgeiz dabei, teils haben die jungen Sportler einfach nur Lust und Spaß. Die Sieger: Bei den Mädchen der U10 Amy Hentschel in einer Zeit von 06:46 min., der U12 Luisa Berg in 06:59 min., der U14 Smilla Peeters in 7:02 min. Bei den Jungen der U8 kommt Lasse Cuber aus dem Sauerland nach 8:24 min. ins Ziel, bei der U10 läuft Felix Holl nach 6:44 min. über die Ziellinie, für die U12 Finn Guha nach 5:44 min., damit ist er erster im Gesamtfeld der Jugend. Laurenz Klever, U14, beendet seinen Lauf in 5:58 Min. als Sieger seiner Altersklasse.

Um halb acht startet der Hauptlauf. Fünf Meilen = ca. acht Kilometer. Die Strecke ist nicht amtlich vermessen, es ist auch keine Distanz bestimmt zur Verbesserung der persönlichen Bestzeit, sie ist einfach nur attraktiv: Start und Ziel auf der Anlage des OTV, durch den Kaisergarten, vorbei am Gasometer, entlang des Rhein-Herne-Kanals, über die Rehberger Brücke, vorbei am Schloss Oberhausen. Kein Abschnitt wird doppelt gelaufen.

Patric Meinike (LG Olympia Dortmund)) ist der Sieger der Herren, er benötigt 28:42 min., gefolgt von Torsten Graw (Ayyo Team Essen) in 29:19 min. und Jan Albert Veenema (Willpower), der 29:47 min. braucht. Bei den Damen siegt Sandra Klabunde (Moerser TV), sie überquert die Ziellinie nach punktgenau 36 Min., Jutta Bido (SuS Schalke 96) folgt als Zweite acht Sekunden später und Ulrike Adriany (Marathon Mülheim) belegt den dritten Platz nach 36:49 min.

Auf den letzten Metern laufen die Athleten durch eine erleuchtete Fackelgasse, willkommen geheißen von den Zuschauern. Unter den 202 Finishern ist Rudi Häuser, Jahrgang 1934 und damit ältester Teilnehmer. In der Mannschaftswertung belegt der Lauftreff Sterkrade-Nord die Plätze eins und drei, dazwischen liegen die Lauffreunde Hadi aus Wesel. Teilnehmerstärkstes Team sind die Outdoorsportler von Sprungzwei mit 15 Sportlern.

Fragt man die Läufer, mit welcher Intention sie hier antreten, sind die Antworten unterschiedlich. „Ich möchte schon gern schnell sein“ heißt es, aber auch „Dabei sein ist alles.“ Und wie war der Lauf? „Prima! Schöne Strecke, aber auch sehr anstrengend“, sagt ein Herr in höherem Alter. Das wird prompt bestätigt von einer Dame: „Ja, viel zu sehen, aber auch viele fiese kleine Steigungen. Auf der Rehberger Brücke hatte ich das Gefühl, ich komme nicht vom Fleck. Das liegt wohl an dem Untergrund. Aber tolle Atmosphäre hier.“ Der 70-Jährige ist schon bei der Vorgänger-Meile mitgelaufen. „Gut gemacht. Auch die Versorgung. Ruhig wiederholen bitte, ich komme wieder!“

Robert Kempf ist zufrieden, für eine Premiere ist alles gut gelaufen: „Dass es viel Arbeit ist, war uns vorher klar. Es hat sich gelohnt, diese Arbeit zu  verteilen. Wir haben alles auf drei Säulen gestellt: Einer war verantwortlich für die Strecken, einer für den administrativen Ablauf, einer für die Situationen auf dem Gelände des OTV. Das hat gut geklappt.“ Selbstkritik lässt er nicht außen vor: „Es haperte etwas bei der Erfassung der Daten, aber das lag an der hohen Zahl der Nachmeldungen. Auch die Probleme bei der Zeiterfassung hatten mit den vielen Nachmeldungen zu tun. Wir müssen uns überlegen, ob wir bei der nächsten OTV Endurance-Meile eine professionelle Zeiterfassung über eine elektronische Zeitmessung wollen.“

Und durch die anhaltende Wärme der letzten Wochen machte sich die Emscher unangenehm bemerkbar. Aber das lag nicht am Orga-Team …

Zum Ausklang spielte die Band „Frumpy Hats“ Livemusik. Wer noch Zeit und Lust hatte, konnte hier tiefenentspannt relaxen und das eine oder andere Fachgespräch mit Gleichgesinnten führen. Die Zeiten der Sportler sind zu lesen unter www.otv-endurance-team.de/1-otv-endurance-meile.

Fazit: Gerne immer wieder! Leider dann nicht mehr mit Robert Kempf; der sympathische Sportler wird den OTV zum Jahresende verlassen. Mit dieser Arbeit, der Organisation der 1. OTV Endurance-Meile, hat er sich einen guten Abgang verschafft!

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