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Experten im Pankreaszentrum am St. Josef Krankenhaus: Chefarzt Dr. Marc Alexander Renter (r.) und Chefarzt Dr. Christoph Vogt (Foto: privat)

Moers. Am 17. November ist Weltpankreaskrebstag. Ein Tag für die Bauchspeicheldrüse, ein kleines, zwischen Magen und Wirbelsäule verstecktes und für die Körperfunktionen wichtiges Organ, denn die Enzyme der Bauchspeicheldrüse spalten Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette der Nahrung im Darm in eine von der Darmschleimhaut aufnehmbare Form. In der Bauchspeicheldrüse werden außerdem Hormone gebildet, die direkt ins Blut gehen.

Dieser Tag soll das Bewusstsein für eine der tödlichsten Krebsarten schaffen und sicherstellen, dass die Bevölkerung über das Organ Bauchspeicheldrüse, über die Krankheit und ihre Symptome Bescheid weiß. Im Jahr 2017 könnten in Europa mehr Menschen an einem Pankreaskarzinom sterben als an Brustkrebs. Nach Lungen- und Darmkrebs wäre es denn die dritthäufigste Krebstodesursache. Aktuell veröffentlichte Ergebnisse einer Studie bestätigen das.

„Insgesamt sterben immer noch mehr Menschen an Brustkrebs oder Darmkrebs als an einem Pankreaskarzinom“, so Dr. med. Marc Alexander Renter, Chefarzt der Abteilung für Allgemeinchirurgie am St. Josef Krankenhaus, „Die Behandlung von Brust- und Darmkrebs hat allerdings in den letzten Jahren auch deutliche Fortschritte gemacht, so dass diese Krebsarten von den meisten Patienten überlebt werden. Die Prognose des Pankreaskarzinoms ist aber nach wie vor ernüchternd.“ In der Regel überleben nur weniger als 5 Prozent der Patienten diese Erkrankung länger als 5 Jahre nach der Diagnose. Weder Früherkennung noch Chemotherapie greifen hier. Die einzige Chance ist die Operation, wenn der Tumor rechtzeitig erkannt wird.

Bis heute gibt es keine sinnvollen Früherkennungsmethoden, um diese Erkrankung zu erkennen, umso wichtiger ist es, auch unspezifische Oberbauchbeschwerden abzuklären.

„Stellt sich bei der Ultraschalluntersuchung beim Hausarzt eine Auffälligkeit der Bauchspeicheldrüse dar, so sollte diese unbedingt weiter verfolgt werden“, erklärt Dr. Renter, „denn das Erkennen im beschwerdefreien Frühstadium verbessert die Diagnose deutlich.“ Die Operation ist dann mit deutlich größeren Heilungschancen als bisher möglich. Prophylaktisch werden dann auch gutartige Tumore entfernt, die zum Teil in bis zu 25 % der Fälle bösartig werden können.

Das Pankreaszentrum am St. Josef Krankenhaus verfügt über bildgebende Geräte, die die Veränderungen der Bauchspeicheldrüse sehr früh erkennen lassen. Mit großer Erfahrung wenden die Mediziner des Krankenhauses Kernspintomographie und Endosonographie als beste Diagnoseverfahren an.

Vor diesem Hintergrund der hohen Sterblichkeitsrate dieser Erkrankung stellt sich die Frage, was hier prophylaktisch getan werden kann. Rauchen und Übergewicht spielen bei der Entstehung eine genauso wichtige Rolle wie genetische Voraussetzungen. Ein 10-fach höheres Risiko gegenüber der Allgemeinbevölkerung tragen Menschen, in deren Familie bereits mehrfach ein Pankreaskarzinom aufgetreten ist, sowie diejenigen Patienten mit einer genetischen Veränderung.

Für die Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse hat das St. Josef Krankenhaus ein spezielles, interdisziplinäres Behandlungszentrum unter der Leitung von Chefarzt Dr. Renter und Chefarzt Dr. Christoph Vogt als stellvertretendem Leiter aufgebaut. Hier arbeiten die Spezialisten aus den erforderlichen Fachdisziplinen eng zusammen, um für jeden Patienten das beste Ergebnis zu erzielen. 

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