Die Auschwitz-Überlebende Halina Birenbaum (zweite von rechts) in der NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld mit Enkelin Yael Birenbaum-Cohen, Freundin Christel Schrieverhoff und der Leiterin der NS-Dokumentationsstelle Krefeld Sandra Franz (links) (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation)
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Krefeld. Halina Birenbaum schildert ihre Zeit im Ghetto und Konzentrationslager

Ein Zeitzeugengespräch mit der Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz, Halina Birenbaum, hat anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktages in der NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld stattgefunden. Die Schriftstellerin, Dichterin und Übersetzerin wurde 1929 in Warschau geboren. In der Villa Merländer schilderte die 89-Jährige den über 50 Zuhörern gut anderthalb Stunden ihre Erlebnisse aus der Zeit im Warschauer Ghetto und Konzentrationslager Auschwitz. Die gebürtige Polin berichtete unter anderem davon, wie sie zusehen musste, wie ihr Vater zu Tode geprügelt wurde. Sie überlebte Auschwitz, einen Todesmarsch und war am Ende des Zweiten Weltkrieges gerade 15 Jahre alt. Birenbaum kehrte nach Warschau zurück und fand dort ihren Bruder, den einzigen Überlebenden ihrer Familie. Sie emigriert 1947 nach Israel.

Im Mittelpunkt ihrer Erzählungen steht der Überlebenskampf im Warschauer Ghetto und in Auschwitz. Diese Orte nehmen in ihren Schilderungen ebenso konkrete Gestalt an, wie die in den Vernichtungslagern ermordeten Angehörigen ihrer Familie. Den Opfern ein Gesicht zu geben, ist ihr zentrales Ziel. – Im Jahr 1986 kehrte sie erstmals nach Auschwitz zurück, in den folgenden Jahren wurden ihre Besuche in Polen häufiger. Als Zeitzeugin arbeitete sie mit den pädagogischen Mitarbeitern in Auschwitz zusammen. Der ersten Reise nach Deutschland 1989 folgten viele weitere, denn ihre Erfahrungen möchte sie besonders an junge Menschen weitergeben.

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