(Foto: privat)
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Duisburg/Moers. Am 18. Juli wird der Tag zwei Jahre her sein, an dem die Cölve-Brücke für immer geschlossen wurde. Die Beschlüsse für die Einbringung  einer Behelfsbrücke sind dann auch schon drei Monate alt. Die CDU-Fraktion Rheinhausen hat die Themen Behelf, Neubau und Gebietsübertragung in mehreren Gesprächsrunden mit Experten seziert. So wurden rekordverdächtige 36 Fragen formuliert, um Bewegung in die Vorgänge zu bekommen. „Die Angelegenheit ist dermaßen komplex und verworren, dass sie nur mit viel Engagement und Miteinander rechtzeitig fertig sein wird“, fasst Fraktionssprecher Ferdi Seidelt die Sichtweise der Union zusammen.

In der Sitzung der Bezirksvertretung am 4. Juli will die CDU von der Verwaltung wissen, wo es lang geht. Immer wieder hinterfragt sie die Zuständigkeit. Kann beispielsweise die Stadt Duisburg Fördergelder für den Bau der neuen Brücke beantragen, wenn diese der Stadt Moers gehört beziehungsweise auf Moerser Gebiet liegt? Demnach müsse umgehend geklärt werden, „wer im Verfahren den Hut auf hat“, zudem müssten etliche Dinge koordiniert werden.

Besorgt zeigt sich die Union über den Zustand der wracken Brücke. Was wäre, wenn diese vor der Zeit kollabiert, gibt es dann einen ausgearbeiteten Notfallplan? Und mit Blick auf den Neubau: „Mit der Planung für die neue Brücke sollte kurzfristig begonnen werden und nicht erst, wenn die Behelfsbrücke steht.“ Sogleich folgt eine Batterie an Fragen: Gibt es einen ersten Zeitplan? Gibt es derzeit schon Planungen für Dimension, Gestaltung, Aufteilung der Verkehrsarten? Wie hoch wird der finanzielle Aufwand für wen sein?

Um die Zeit ohne Brücke möglicherweise entscheidend zu verkürzen: „Ist es technisch machbar oder sinnvoll, die neue Brücke neben der alten Brücke zu bauen und dann die neue Brücke an die Position der alten zu verschieben?“

Vor einigen Jahren, so die Union, habe es bereits Gespräche mit der Stadt Moers über einen anderen Grenzverlauf gegeben. Seinerzeit wurde eine diesbezügliche Anfrage der Stadt Moers durch die Duisburger Verwaltung abschlägig beantwortet. Die Brücke selbst liegt auf Moerser Stadtgebiet. Eine Übertragung – lediglich – der Brücke mache keinen Sinn. Damit werde die Situation noch verworrener. Zielführend sei allein die Übertragung des Gebiets, in dem sich die Brücke befindet.

Für die wohl noch zu bildende Grenzfindungskommission hat die CDU einen ganz pragmatischen Vorschlag: Die in Trompet hineinragende Landzunge wird westlich der Bahntrasse abgeschnitten und Duisburg zugeschlagen. In diesem Gebiet befindet sich lediglich die Brücke, ansonsten sind die betroffenen Flurstücke weder mit Wohnhäusern noch mit Gewerbebetrieben bestückt.

„Wir haben etliche Stunden in den Fragen- und Forderungskatalog investiert, um jedweden unnötigen Zeitverlust auszuschließen. Wir haben hohe Erwartungen an beide Verwaltungen, bei gutem Willen kann die Baustelle spürbar eingekürzt werden“, so Ferdi Seidelt.

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