Museumsleiterin Diana Finkele, Beigeordneter Thorsten Kamp, GMGV-Vorsitzender Peter Boschheidgen, Ministerin Ina Scharrenbach und Gleichstellungsbeauftragte Barbara Folkerts (von links) (Foto: Bettina Engel-Albustin)

Moers. Bei Temperaturen um die 40 Grad hat Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, auf der dritten Etappe ihrer Heimattour die Hitzeprobe bestanden. Begleitet unter anderen vom Moerser Technischen Beigeordneten Thorsten Kamp, radelte die Ministerin jetzt von Krefeld-Linn über Rheinhausen bis zum Moerser Schloss. „Es waren doch relativ wenige Bäume auf der Strecke“, merkte die Ministerin an, als sie gegen 15 Uhr am Nachmittag schweißgebadet vor dem Moerser Schloss ankam. Dort gab es dann zum Glück im Park neben dem Pulverhäuschen genügend Schatten spendendes Blattwerk.

Gastgeberin an weiß gedeckten Tischen war Museumsleiterin Diana Finkele, die Scharrenbach gemeinsam mit Peter Boschheidgen, dem Vorsitzenden des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins (GMGV), in die Historie der Grafschaft Moers einführte. Boschheidgen berichtete, dass sein Großvater den Verein gegründet und die Basis  für die Sammlung des Moerser Schlosses gelegt habe. Heute zähle der Verein mit weit über 700 Mitgliedern zu den größten der Stadt – mit weiter steigender Tendenz. Zu seinen vielfältigen Aufgaben zähle auch die Bewahrung des Erbes der Industriegeschichte. So sei in der dem vom GMGV betreuten Maschinenhalle von „Rheinpreussen Schacht IV“ gerade  eine Sammlung von Gegenständen des Bergbaus im Aufbau. Dies alles trage dazu bei, das Bewusstsein für die Geschichte zu pflegen. Der Ministerin übergab er als Gastgeschenk das von GMGV-Mitglied Wilfried Scholten verfasste Buch „Moers zu Kaisers Zeiten“ sowie eine vom GMGV produzierte DVD über das Ende des Kohlebergbaus.

Die Besucherin lobte das große bürgerschaftliche Engagement, das ihr in Moers so eindrucksvoll präsentiert wurde. „Heimat wird von den Menschen vor Ort geschaffen“, betonte sie. „Wir können nur de Rahmen schaffen, aber Sie sind es, die den Dingen ein Gesicht geben.“

Besonders spannend fand Sie, dass sie in Moers mit nahezu allen Bereichen ihres Hauses konfrontiert wurde. Neben der Heimatpflege sind dies das Bauwesen und die Gleichstellung. So verwies Museumsleiterin Finkele auf vom Land geförderten umfangreichen Umbau- und Renovierungsarbeiten im Umfeld des Schlosses und auf die aktuelle Sonderausstellung „Wählen und Wühlen“, die sich mit dem Kampf für das Frauenwahlrecht am Niederrhein beschäftigt.

Nachdem alle Reden gehalten und die Elektrolytspeicher der Radler erfolgreich aufgefüllt waren, ergaben sich für die Besucherin viele Möglichkeiten, mit Moerserinnen und Moersern ins Gespräch zu kommen. Besonders intensiv entwickelte sich dabei die Unterhaltung der Kamenerin Scharrenbach mit Frank Heinrich vom GMGV. Beide sind bekennende BVB-Fans, Heinrich sogar mit Dauerkarte. „Meine habe ich abgegeben, als ich in die Politik ging“, sagte Scharrenbach. „Wegen der vielen politischen Termine am Wochenende musste ich die Karten immer wieder an Freunde abgeben. Das hat sich irgendwann dann nicht mehr gelohnt.“

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