WR Jannik Strackbein (27) und LB Tim Stacks (22) feiern den Meistertitel (Foto: © Michael Gohl - sport-in-essen.de)
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Essen. Nachdem die Uhr auf Null gelaufen war und das Spiel gegen die Bielefeld Bulldogs mit 47:21 gewonnen war, gab’s kein Halten mehr im Sportpark am Hallo: Spieler lagen sich jubelnd in den Armen, blaue und gelbe Rauchfackeln hüllten Teile des Stadions ein, mehr als 1500 Fans feierten mit ihrer Mannschaft ausgelassen die Meisterschaft in der Regionalliga West und damit auch die Qualifikation für die Regelation zur GFL2. Mitten in der Menge: ein mittelgroßer, pitschnasser Amerikaner, dem nur Sekunden nach dem Ende des Spiels alle verfügbaren Wasserbehälter über den Kopf gekippt wurden. „Es ist so geil“, freute sich Head Coach Sherman „DJ“ Anderson und dankte seinen Spielern einzeln für die „unfassbare Leistung“, die sie in dieser Saison auf den Platz gebracht haben. „Mein Trainerteam und ich haben nur gesteuert. Abgeliefert hat die Mannschaft“, betonte Anderson immer wieder.

Neben den „DJ, DJ“-Sprechchören für den Cheftrainer hallten auch immer wieder „Rohat, Rohat“-Gesänge durch den Sportpark. „Einfach nur geil“, strahlte Quarterback Rohat Dagdelen, und wiederholte damit fast wörtlich, wie sein Head Coach das Gefühl beschrieb. Zuvor hatte Dagdelen sein Team in unvergleichlicher Weise zu einem der wichtigsten Siege der jüngeren Vereinsgeschichte geführt. Mit fünf Touchdowns – einen davon selbst erlaufen – hatte er maßgeblich mit dafür gesorgt, dass die Verhältnisse schon früh in der Partie klar waren und die Cardinals den Aufstiegshoffnungen der Bielefeld Bulldogs einen Maulkorb verpassten.

Nach acht Siegen in Folge und der längsten Siegesserie der gesamten Liga reisten die Gäste mit breiter Brust nach Essen. Doch die „Men in Blue“ waren vorbereitet: „Wir haben uns den ganzen Sommer auf dieses Spiel eingestellt, hart gearbeitet und waren auf den Punkt da, wo wir sein wollten“, resümierte Head Coach Anderson eine Partie, in der auch die Defensivspezialisten in der ersten Halbzeit den Ton angaben und den Gästen kaum ein 1st Down gewährten. Erst ein ungewohnter Tiefschlaf bei einer Hail Mary kurz vor der Halbzeit sorgte dafür, dass die Gäste nicht mit einer 0 auf ihrer Seite der Anzeigetafel in die Pause gingen. Ansonsten dominierte die Offense der Cardinals. Gleich mit dem ersten Angriff erzielten sie die ersten drei Punkte und ließen weitere Folgen.  Quarterback Dagdelen führte sein Team über das Feld und bewies in den entscheidenden Momenten Nervenstärke: bei dritten Versuchen zeigte er sich besonders zielsicher und fand seine Receiver auch unter Druck. Neben Harlan Kwofie, der wieder zwei Touchdown-Pässe fing, durften sich auch Lesar Duran und Neu-Cardinal Brian Burnett über erfolgreiche Ausflüge in die Bielefelder Endzone freuen. Für weitere Punkte sorgte die Defense der Hausherren: Stephon Toomer und Kevin Kocks brachten den „Men in Blue“ jeweils zwei Punkte durch eine Safety „auf’s Brett“.

Durch den 47:21 Erfolg gegen den direkten Rivalen aus Bielefeld haben die Assindia Cardinals nun den ersten Platz in der Regionalliga West sicher, denn bei noch einem ausstehenden Spiel haben die Essener ein Polster von einem Sieg und den direkten Vergleich gegen beide Verfolger aus Bielefeld und Paderborn gewonnen.

Die Tabelle vor dem letzten Spiel gegen Köln (31.8., 16 Uhr)

1- Assindia Cardinals (10-1)
2- Paderborn Dolphins (8-2)
3- Bielefeld Bulldogs (8-2)
4- Bonn Gamecocks (3-8)
5- Cologne Falcons (3-7)
6- Gelsenkirchen Devils (2-6)
7- Aachen Vampires (1-9)

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