Moers. Gab es bei der Wahl des Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl im September 2020 und den Reservelistenplatz 1 noch Einigkeit bei den Liberalen in Moers, kam es um den zweiten Reservelistenplatz zu einer Kampfkandidatur. Von den 53 stimmberechtigten FDP-Mitgliedern wurde Dino Maas mit 49 bzw. 51 Ja-Stimmen zum Spitzenkandidaten gewählt. Der 53-jährige Hausverwalter wird somit wahrscheinlich als einziger bisheriger FDP-Ratsherr dem nächsten Stadtrat angehören. Das FDP-Urgestein Otto Laakmann unterlag im Rennen um den Reservelistenplatz 2 dem Stadtverbandsvorsitzenden Martin Borges mit 7 zu 44 Stimmen.

In seiner Vorstellungsrede hob Dino Maas hervor, dass er „nicht über bundespolitische Themen sprechen werde, aber über Greta Thunberg“. „Anfangs habe ich gesagt, sie sollen doch freitags zur Schule gehen, inzwischen bin ich von dem politischen Engagement der jungen Leute positiv überzeugt“, erklärte der liberale Fraktions-Chef. „Ich glaube nicht an Notstand und Untergang, ich will ein positiver Kandidat sein und setze bei Umwelt und Klimaschutz auf Innovation und Fortschritt.“ Für Moers sieht Maas es als vordringlich an, dass in der Verwaltung optimale Voraussetzungen für digitales Arbeiten entstehen. Zudem würde er als zukünftiger Bürgermeister klare zukunftsorientierte Anweisungen geben. Insgesamt versprach Maas, nicht nur freitags zuzuhören. Mit dieser Rede erhielt er 49 Ja-Stimmen für seine Bürgermeisterkandidatur sowie zwei Stimmen mehr für die Belegung des Reservelistenplatzes 1.

Wie im Vorfeld zur Wahlversammlung in einer Asberger Gaststätte durchsickerte, kandidierten für den Reservelistenplatz 2 der langjährige Ratsherr Otto Laakmann und Martin Borges. Der 73-jährige Laakmann betonte in seiner Vorstellung, dass er sich seit dem Beginn seiner kommunalpolitischen Tätigkeiten im Jahr 1979 für die liberale Sache in Moers auch in den schwierigen Jahren der außerparlamentarischen Opposition eingesetzt habe. Kein Verständnis zeigte Laakmann für die Information des Parteivorsitzenden am letzten Montag, dass er auf die Mitarbeit von Laakmann in der nächsten Legislaturperiode verzichten wolle. Letztlich sieht Laakmann viele liberale Erfolge eng mit seiner Person verbunden. Dagegen hielt Martin Borges die Steigerung der Mitgliederzahlen von 60 auf 93 während seiner Amtszeit als Parteivorsitzender. Der Meerbecker Borges will nach der Aktivierung seiner Partei mit jungen Ideen nun auch den Rat neu beleben. So schwebt ihm eine Umgestaltung des Königlichen Hofs mit einer Fußgängerzone am Neuen Wall vor. Nach kurzer Kontroverse entschieden sich die FDP-Mitglieder mit 44 zu 7 Ja-Stimmen für Martin Borges.

Martin Borges (l.) verfolgt die Vorstellungsrede von seinem Mitbewerber Otto Laakmann (Foto: Christian Voigt/LokalKlick)

Verlief die Wahl zum dritten Listenplatz für Tien Vo mit 45 Ja- und 4 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung und drei ungültigen Stimmen noch harmonisch, kündigte der 63-jährige Paul Süßer überraschend an, der Verjüngung durch den Verzicht auf Otto Laakmann nicht im Wege stehen zu wollen. Er zog seine Kandidatur für den Platz 4 zurück und verließ die Versammlung in Asberg.

Bei guten Kommunalwahlergebnissen für die FDP in Moers könnten die Listenplätze vier und fünf das Ticket in den Stadtrat bedeuten. Der Jungliberale Henrik Stachowicz empfahl sich mit einer engagierten freien Rede für den Platz 4 und unterstrich, dass die FDP für die Zukunft gut aufgestellt ist. Mit Karl-Rudolf Slavernik auf Platz 5 präsentiert die FDP einen erfahrenen Kommunalpolitiker, der sich besonders für Menschen mit Behinderungen einsetzt. Für FDP-Ergebnisse über „10 Prozent plus X“ stehen Chantal Christ, Dietmar Meier, Lennard Mross, Torsten Sarodnick und Rita Schmitz als Ratsmitglieder zur Verfügung.

 

von Christian Voigt/LokalKlick

Der Parteivorsitzende Martin Borges begrüßte bei der gut besuchten Wahlversammlung (Foto: Christian Voigt/LokalKlick)
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