(Foto: Kreishandwerkerschaft Mülheim an der Ruhr – Oberhausen)
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Oberhausen. Die jährliche Ausbildungstour war bisher bei allen Betrieben ein voller Erfolg. Wie in den Vorjahren werden Betriebe aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen besucht. Dadurch wird für die duale Ausbildung und für die Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze geworben.

Im regionalen Ausbildungskonsens sind u. a. die Arbeitsagenturen, das Jobcenter, der DGB, die Unternehmerverbandsgruppe, die IHK und die Kreishandwerkerschaften vertreten.

Der letzte Halt der Ausbildungstour 2019 führte uns zur Bauunternehmung Geese-Bau GmbH. Die Geese-Bau GmbH wurde vertreten durch Ihren Geschäftsführer Herrn Olaf Rohmert. Die Geschichte des Betriebes geht weit zurück: „Seit 1957 gibt es unser Unternehmen in Oberhausen Sterkrade. Seitdem sind wir dem Berufsfeld Bau zuzuordnen. Wir arbeiten sowohl für private Kunden als auch für andere Unternehmen sowie für öffentliche Auftraggeber, wie das Land NRW, Städte und Gemeinden, Kirchen und Krankenhäuser. Zu unseren Ausbildungsberufen gehört der Maurer, der Beton- und Stahlbetonbauer, der Zimmerer, der Schlosser sowie Kaufleute für Büromanagement. Seit über 30 Jahren stellen wir jährlich 5 bis 6 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Im Einzelnen sind es Ausbildungsplätze für zwei Maurer, zwei Beton- und Stahlbetonbauer, einen Zimmerer und einen für Kaufleute für Büromanagement. Bei den Maurern und Betonbauern kommt es nicht immer zu einer gleichmäßigen Verteilung der Ausbildungsplätze, oft bilden wir mehr Maurer als Betonbauer aus. Inzwischen wird es immer schwieriger Ausbildungsplätze zu besetzen. Dadurch konnten wir die Ausbildungsquote in den letzten Jahren nicht immer erreichen. Zudem hat die Qualität der Bewerber abgenommen, so dass es immer schwieriger wird die richtigen Auszubildenden zu finden, die erfolgreich eine Ausbildung abschließen“, erklärt Geschäftsführer Olaf Rohmert.

Leuchtendes Gegenbeispiel ist der Auszubildende Fabian Panchoo (25). Der Lehrling der Firma Geese-Bau GmbH befindet sich im dritten Lehrjahr in der Ausbildung zum Zimmerer. Ein Auszubildender, der seinen Job liebt und ihn mit viel Passion erlernt. Sein Engagement und Interesse wurde durch seine Familie geweckt, erzählt er. Ein Familienmitglied übte den Beruf des Dachdeckers aus, was Herr Panchoo sehr bewunderte. Mit diesem Vorbild im Hinterkopf, fand Fabian die Firma im Internet und rief sofort an, um seine Bewerbung einzureichen. Er begeisterte die Firma Geese-Bau beim Bewerbungsgespräch mit seiner Faszination für den Handwerksberuf.

Peter Geese, ebenfalls Geschäftsführer der Geese-Bau GmbH, betont wie wichtig die duale Ausbildung sowohl für den Betrieb, als auch für die Gesellschaft ist. „Nur mit Akademikern kann man schließlich kein Haus bauen. Es ist egal für welchen Bereich oder Lebensweg man sich entscheidet, es obliegt jedem Einzelnen selbst, zu entscheiden, ein Genie zu werden.“ Hier scheint ein Kandidat dafür gefunden zu sein.

„Wir schätzen dieses Oberhausener Traditions- und Familienunternehmen sehr, da es sich besonders für das Thema Ausbildung einsetzt.“, betont Geschäftsführerin Barbara Yeboah von der Kreishandwerkerschaft Mülheim an der Ruhr – Oberhausen. „Der Geschäftsführung selbst liegt das Thema sehr am Herzen und das spürt man auch! So hat die Geese-Bau GmbH in den letzten 10 Jahren über 100 Ausbildungsplätze geschaffen. Olaf Rohmert und Peter Geese, beide Geschäftsführer der Geese-Bau GmbH, erklärt sie, dass den Lehrlingen seit Jahrzenten viel Aufmerksamkeit und Unterstützung entgegengebracht wird und das macht sich bezahlt. Denn die Sicherung des eigenen Fachkräftebedarfs geht am besten über die Ausbildung junger Menschen.“

Christiane Artz, Geschäftsführerin operativ der Agentur für Arbeit Oberhausen/Mülheim gibt einen kleinen Rückblick auf die bisherige Ausbildungstour 2019: „Die diesjährige Ausbildungstour hat wieder gezeigt, dass wir vor Ort mit sehr engagierten und zukunftsorientierten Unternehmern zusammenarbeiten. Auf das Thema Ausbildung zu setzen, ist mit Blick auf die derzeitige und bevorstehende Fachkräftesituation auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Passende Bewerberinnen und Bewerber finden Unternehmen über den gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur und des Jobcenter Oberhausen.“

Franz Roggemann, Geschäftsführer des Bereichs Aus- und Weiterbildung der IHK Essen ergänzt: „Die betriebliche Ausbildung ist und bleibt die beste Maßnahme zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses. Wer ausbildet sichert bereits heute seinen Fachkräftebedarf von morgen.“

„Ausbildung ist das Fundament unserer Zukunft“, so Josef Vogt, Pressesprecher des Jobcenter Oberhausen, weiter: „Sie sichert die Zukunft der Betriebe und die Zukunft der jungen Generation.“

Elisabeth Schulte, Geschäftsführerin des Unternehmerverbandes im Bereich soziale Bildung und Dienste bekräftigt die Wichtigkeit für die betriebliche Ausbildung: „Ausbildung ist für junge Menschen enorm wichtig: Sie gibt den Jugendlichen zum einen natürlich praktisches und theoretisches Fachwissen mit auf ihren Berufsweg. Zum anderen bietet eine Ausbildung aber auch ein soziales Netzwerk, Stabilität gerade auch für solche, die das zu Hause vielleicht vermissen. So oder so haben die jungen Menschen in der Ausbildung Ansprechpartner vom Kollegen über den Ausbilder bis zum Chef, mit dem sie über ihre beruflichen wie aber auch privaten Probleme reden können. So können sie ihre Persönlichkeit insgesamt mit der Zeit der Ausbildung besonders gut entwickeln.“

Anna-Lena Priebe und Jan Mrosek für den DGB-Region Mülheim-Essen-Oberhausen ergänzen: „Nach wie vor bietet eine qualifizierte Ausbildung die Grundlage für den ersten Schritt in die Arbeitswelt. Dass Unternehmen und Betriebe dazu ihren Beitrag leisten müssen, ist für den DGB klar. Denn nur ein ausreichendes Angebot führt dazu, dass sich die jungen Menschen entsprechend ihrer Neigung und Interessen für eine Ausbildung entscheiden. Wir haben die Hoffnung, dass durch unsere Ausbildungssommertour den jungen Menschen und den Betrieben geholfen werden kann, mehr Menschen für eine duale Ausbildung zu gewinnen.“

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