Gedenkhalle, Am Kaisergarten (Foto: Stadt Oberhausen)
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Oberhausen. Auf reges Interesse stieß der diesjährige Tag des offenen Denkmals in Oberhausen: Rund 500 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, 13 Denkmäler und baukulturell bedeutende Orte zu besichtigen. Ergänzt wurde das Angebot durch fachkundig geleitete Führungen und zusätzliche Informationen. Der Tag bot Baugeschichte zum Anfassen.

Das bundesweite Motto, „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“, und der Bezug auf die berühmte Bauhaus-Schule und ihre Wirkung passten hervorragend zu Oberhausen. Schließlich haben das Bauhaus und die Zeitepoche des modernen Bauens auch in unserer Stadt ihre Spuren hinterlassen. So konnten beispielsweise am 8. September der Peter-Behrens-Bau und das ehemalige Arbeitsamt besichtigt werden. Auch anhand anderer Objekte wurde den Besucherinnen und Besuchern verdeutlicht, wie revolutionäre Ideen und technischer Fortschritt Umbrüche und damit neue Kunst- und Baustile herbeiführten.

Bereits der Ort der Auftaktveranstaltung – die Kirche Heilige Familie (Tafelkirche) – zeugt von Umbrüchen, nämlich den Veränderungen in der Kirchenlandschaft. Weitere Gotteshäuser öffneten ihre Pforten: die Evangelische Kirche in Schmachtendorf sowie die Marienkirche. Stellvertretend für Umbrüche in der Montanindustrie stehen die Siedlung Ripshorster Straße, das Fördergerüst über Schacht I und die dazugehörige Schachthalle. Brüche gehen auch auf den Nationalsozialismus und die Einwirkungen des Zweiten Weltkriegs zurück. Als Zeitzeugen konnten hier das Kontorgebäude an der Gutenbergstraße, die Gedenkhalle sowie das Bunkermuseum im Bürgerzentrum „Alte Heid“ besucht werden.

Ein weiterer Schwerpunkt beim Tag des offenen Denkmals war die Entdeckung von Spuren jüdischen Lebens in Holten. Diese wurden in der ehemaligen Synagoge und bei geführten Stadtrundgängen deutlich. Ein bislang kaum bekanntes architektonisches Highlight war das heute als Niederrhein-Kolleg genutzte, in den Jahren 1953 bis 1958 errichtete „Institut zur Erlangung der Hochschulreife“. Es war damals das erste seiner Art in Nordrhein-Westfalen. Weiter zurück in die Vergangenheit ging es an der Klever Landwehr in Sterkrade: Hier besichtigten die Besucherinnen und Besucher unter fachkundiger Anleitung einen Teil der rechtsrheinischen spätmittelalterlichen Grenzmarkierung.

Die Stadt Oberhausen bedankt sich ausdrücklich bei allen Beteiligten, die diesen Tag erst ermöglich haben. Interessierte, die sich im nächsten Jahr einbringen möchten, erhalten weitergehende Informationen bei der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Oberhausen: denkmalschutz@oberhausen.de.

Hintergrund: Der Tag des offenen Denkmals findet seit 1993 immer Anfang September statt. Er wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert.

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