v.l. Oberarzt Dr. Tobias Kretschmar, Ulrich Pfister, Vorsitzende Bärbel Hoffmann und Geschäftsführer Klaus Mais (alle Förder- und Freundeskreis Krankenhaus Dormagen), Schwester Gisela Spreemann (Foto: Rheinland Klinikum Dormagen / Carolin Eckel)
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Dormagen. Im Rheinland Klinikum Dormagen werden ätherische Öle eingesetzt, um Behandlungen zu unterstützen und deren Begleiterscheinungen zu mildern

Die Natur stellt manche bewährten Heilmittel mit beeindruckender Wirkung zur Verfügung. Das wissen die Mitarbeiter des Rheinland Klinikums Dormagen längst. Besonders für Chemo- und Palliativpatienten greifen sie gerne auf eine alternative Behandlungsmethode zurück: die Aromatherapie. Der Vorratsschrank mit den dafür benötigten ätherischen Ölen auf der Palliativstation 3C zeigt sich nun wieder gut gefüllt – von klassischen Düften wie Vanille und Lavendel bis hin zu den Exoten wie Sanddornfruchtfleisch oder Bergamotte.

Möglich gemacht hat das der Förder- und Freundeskreis Krankenhaus Dormagen, der die Anschaffung der Aromamittel größtenteils durch Mitgliedsbeiträge und Einzelspenden finanzierte. Bei der Übergabe der ätherischen Öle erschienen die Vorsitzende Bärbel Hoffmann, der Geschäftsführer des Vereins, Klaus Mais, und sein Stellvertreter Ulrich Pfister persönlich an der Dr. Geldmacher-Straße. Begrüßt wurden sie vom onkologischen Oberarzt Dr. Tobias Kretschmar und Schwester Gisela Spreemann, die sich sehr über die langersehnte Spende freuten. Viel Zuspruch für diese Investition kam auch von der Leitenden Apothekerin Dr. Julia Potschadel, die verantwortlich für Einkauf und Logistik im Rheinland Klinikum Dormagen und Grevenbroich Elisabethkrankenhaus ist: „Der Förderverein ist ein wichtiger Bestandteil unseres Hauses, da er das Angebot zugunsten der Patienten erweitert.“ Rund ein halbes Jahr reicht der Vorrat an Aromaölen aus, die auf die individuellen Bedürfnisse schwerstkranker Menschen abgestimmt werden.

Die Aromatherapie ist in Deutschland keine anerkannte Therapiemethode – heißt: Die Kosten dafür werden nicht von den Krankenkassen erstattet. Doch „gerade bei Palliativ- und Chemo-Patienten können alternative Heilmethoden die Behandlung sinnvoll unterstützen und Begleiterscheinungen mildern“, erzählt Dr. Julia Potschadel. Dabei können die Öle ganz unterschiedliche Wirkungen zeigen: Manche erfrischen, andere beruhigen oder beleben. „Die Bergamotte beispielsweise weckt bei vielen Patienten Kindheitserinnerungen, die Ölgemische sind daher auch häufig Balsam für die Seele“, sagt Dr. Julia Potschadel. Ein weiteres sehr beliebtes Mittel ist das Sanddornfruchtfleischöl: letzteres lindert den Schmerz der durch die Chemotherapien angegriffenen Schleimhaut und nimmt so den Schmerz beim Essen. Andere Öle wiederum können helfen, für die Patienten unangenehme Gerüche zu überdecken.

Verabreicht werden die ätherischen Öle auf unterschiedlichste Art und Weise: von der Einreibung über die Einnahme per Globuli bis hin zur Aromalampe, die den Duft in der Luft verteilt. Wichtig dabei ist, die Methode an die jeweiligen Bedürfnisse der Patienten anzupassen. Dafür besitzt das Rheinland Klinikum Dormagen speziell ausgebildete Pflegekräfte: vier geschulte Mitarbeiter für Aromatherapien sowie zwei weitere für Naturheilverfahren. Denn die richtige Dosierung ist das A und O bei diesen Therapieformen. „Pflanzenkraft kann faszinierend sein, ihre Wirkung darf aber nicht unterschätzt werden“, erzählt Dr. Julia Potschadel.

Seit der Gründung des Förder- und Freundeskreises Krankenhaus Dormagen im Jahr 2009 unterstützt dieser möglichst gleichmäßig die verschiedenen Kliniken und Fachabteilungen des Hauses. So konnte zuletzt der Wartebereich der orthopädischen Ambulanz rückenfreundlich umgestaltet werden. Immer wieder erhält auch die Palliativversorgung im Dormagener Krankenhaus finanzielle Zuwendung vom Förder- und Freundeskreis.

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