Mit Rosa, dem Schwein, und der lila Raupe Gudrun besuchen die Klinikclowns Stift und Lilly Heylie und die anderen Kinder auf Station A2A5a und versuchen, etwas Lachen in den Klinikalltag zu bringen (Foto: Förderverein zugunsten krebskrander Kinder Krefeld e.V.)
Anzeige

Krefeld. Rosas leises Grunzen ist der Eisbrecher: Versteckt sich die zweijährige Larissa, eine junge Patientin in der onkologischen Tagesklinik in der Helios Kinderklinik, zuerst noch bei ihrem Vater, wird sie doch langsam mutiger, als die Klinikclowns Lilly und Stift Rosa vorsichtig näher zu ihr schieben und sie immer wieder grunzen lassen. Erst lacht Larissa vorsichtig, dann wird sie mutiger und möchte das Schwein selbst zusammendrücken und grunzen lassen. Ganz behutsam gehen Lilly (alias Mieke Stoffelen) und Stift (Iris Held) dann weiter auf sie zu und binden sie in ihre Geschichte ein – Larissa lacht fröhlich und macht mit. 20 Minuten heitern die Besucherinnen in ihren Kostümen und mit Clowns-Nasen die Kleine auf – dann fällt der Abschied schwer. Aber die zwei besuchen jetzt noch Heylie, die mit ihrer Mutter in einem Zimmer auf Station A2A5a als Patientin liegt. Hier gelingt es der lila-pelzigen Raupe Gudrun, das Vertrauen des vierjährigen Kindes zu gewinnen – und schließlich sitzt die Handpuppe auf Heylies Arm und schnappt nach den Fingern der Besucherinnen – zum höchsten Vergnügen des Kindes.

Judith Förster, die leitende Erzieherin in der Spielabteilung im Helios Klinikum Krefeld, verfolgt das Ganze gespannt von draußen und ist sichtlich zufrieden: Lilly und Stift sind „die Neuen“ im Krefelder Krankenhaus. Einen Klinikclown gab es schon seit Jahren, aber „ich habe weit durch die Gegend telefoniert, weil ich einfach frischen Wind in das Thema bringen wollte“, erzählt sie.

Im richtigen Leben sind Iris Held und Mieke Stoffelen ausgebildete Schauspielerinnen und Clowns mit Weiterbildung für die Arbeit als „Klinik-Clown“. Dafür werden sie über den Verein Clownsvisite und die Stiftung Humor hilft heilen gefördert. Derzeit kommen sie einmal im Monat in die Krefelder Klinik und unterhalten die kleinen Patienten – immer in enger Absprache mit Judith Förster: „Wir besprechen zuerst die einzelnen Fälle und dann gehen die Clowns zu den Kindern“, beschreibt sie. Was dann im Zimmer passiert, ist ganz unterschiedlich: „Wir gehen ganz individuell auf die Kinder zu. Das kann man nicht planen, wir improvisieren immer“, meint Iris Held: „Unsere Aufgabe ist es, uns heran zu tasten und zu sehen, wie wir einen Zugang zu den Kindern finden“. Und ihre Clownskollegin ergänzt: „Das Kind entscheidet, wie es läuft“.

An diesem Tag sind die beiden Besucherinnen selbst berührt davon, wie schön sich der Kontakt zu den beiden kleinen Mädchen entwickelt hat – aber auch grundsätzlich sei es eine schöne Aufgabe, meint Mieke Stoffelen: „Ich freue mich riesig. Wir sind sehr im Moment und bekommen viel von den Kindern zurück.“

Die Honorare für die Klinikclowns werden aus den Geldern, die der Förderverein zugunsten krebskranker Kinder Krefeld sammelt, finanziert – ein Teil der Unterstützung, die der Verein in der Helios Kinder- und Jugendmedizin leistet. „Wir sind natürlich sehr froh, dass Lilly und Stift so gut bei den Kindern ankommen. Die Klinikclowns sind eine wunderbare Sache, um den Alltag und die Schmerzen vergessen zu lassen“, meint der Vereinsvorsitzende Jens Schmitz. Der Förderverein unterstützt über verschiedene Aktionen die Familien im Helios Klinikum Krefeld.

InfoKlick: www.krebskinder-krefeld.de

Beitrag drucken
Anzeigen