(Foto: privat)
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Neuss. Gabriel Fauré – Requiem , Konzert am Sonntag 17.11. 2019 um 18:30 Uhr im Quirinusmünster Neuss

Im Konzert am Sonntag, den 17.11. stellt der musikalische Leiter der Neusser Münsterkonzerte, Joachim Neugart, das Requiem von Gabriel Fauré in den Mittelpunkt des Programmes.

Gabriel Fauré (geboren 1845) hatte zur Zeit der ersten Fassungen seines Requiems den Posten des Kapellmeisters an der Pariser Kirche La Madeleine inne (1874-1896) – als Nachfolger seines früheren Lehrers (und lebenslangen Freundes) Camille Saint-Saëns an der

Pariser Kirchenmusikschule Louis Niedermeyer, in die Fauré als 9-jähriger zur Ausbildung aufgenommen worden war. 1896 wurde er Titularorganist an der großen Orgel der Madeleine und Professor für Komposition am Pariser Konservatorium, das er von 1905 bis 1920 als Direktor leitete und dessen Lehrplan er gründlichst modernisierte. So übte er großen Einfluss aus auf die nachfolgende Generation französischer Komponisten im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert (Debussy, Ravel u.v.a.).

Der Schwerpunkt von Faurés Schaffen liegt auf dem Gebiet der instrumentalen und vokalen Kammermusik. So ist auch sein Requiem konzipiert. Er hatte es ohne besonderen Anlass komponiert, wollte aber bewusst eine andere Sicht auf Tod und Sterben zum Ausdruck bringen als die damals übliche Schreckensvision. Sein Requiem sei so sanftmütig wie er selbst, sagte er im Jahre 1900, und später erläuterte er, dass er den Tod nicht als ein schmerzliches Erlebnis, sondern als eine willkommene Befreiung, ein Streben nach dem Jenseits ansehe. So verzichtet Fauré auf die Vertonung der Sequenz Dies irae, in der ja die Schrecken des Jüngsten Gerichts besonders zum Ausdruck kommen, und vertont nur den letzten, versöhnlichen Vers Pie Jesu. (Erst 1963, bei der Liturgierefom des II.Vatikanischen Konzils, wurde diese Sequenz aus der Totenmesse gestrichen.) Das muss damals (1888) ziemlich skandalös gewirkt haben. Fauré aber hatte nur die andere Seite des Sterbens benannt, die immer und vor allem von der Kirche verkündet worden war und leider oft verdeckt wurde: die Hoffnung auf ewiges seliges Leben aufgrund der Erlösung durch Jesus Christus.

Fauré hat sein Requiem mehrfach umgearbeitet und mit neuen Instrumental-begleitungen versehen. In der ursprünglichen Gestalt hatte es nur fünf Sätze: Offertorium und Libera me fehlten; dafür hängte Fauré an die Texte der Totenmesse das In Paradisum an, das bei der Überführung der Leiche aus der Kirche zum Grab gesungen wird. Für eine Aufführung im Jahre 1893 fügte er das Offertorium und das Libera me hinzu, das genau genommen nicht zur Totenmesse gehört, sondern zum Totenritus danach. Das Pie Jesu (als Teil der Sequenz eigentlich an die zweite Stelle gehörend) rückte dabei ins Zentrum der nun siebensätzigen Komposition. Die letzte von Fauré selber herausgegebene Fassung wurde 1900 zum ersten Mal aufgeführt.

Es singt der Münsterchor Neuss, es spielt das Neusser Kammerorchester.

Solisten sind Lioba Mollenhauer, Sopran und Sebastian Klein, Bariton.

 

Sonntag 17.11. 2019, 18:30- 20:00 Uhr
Quirinusmünster Neuss

VVK: € 18,70 Tourist-Information Neuss und Bücherhaus am Münster
Abendkasse € 20,00/ erm. € 15,00

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