Aufruf im Stadtbad Uerdingen für die Ausstellung über die Krefelder Sportgeschichte: von links: Dieter Porten, Fachbereich Sport und Bäder, Jens Sattler, Geschäftsführer Stadtstadtbund, Museumsleiterin Dr. Jennifer Morscheiser, und Kurator Dr. Christoph Dautermann (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken)
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Krefeld. Exponate, Dokumente, Fotos und Filmaufnahmen werden gesucht

Fürst Hermann Ludwig Heinrich Pückler-Muskau (1785-1871) ist heute den meisten Menschen nur noch wegen der nach ihm benannten Eiskreation bekannt. Der erfolgreiche Schriftsteller, Weltenbummler und vor allem geniale Parkgestalter hat auf einer Reise nach Großbritannien ein Wort kennengelernt, dass er in die deutsche Sprache einführte: Sport. Sport sei ebenso unübersetzbar wie Gentleman, schreibt Pückler im Oktober 1828. Die Bezeichnung etabliert sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert für unterschiedliche Formen der Leibesertüchtigung. In dieser Zeit gründen sich in Krefeld die ersten Sport-Vereine. Diese vielfältige Sportgeschichte soll nun anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Stadtsportbundes erstmals in einer Ausstellung des Museums Burg Linn thematisiert werden. Dafür sucht Kurator Dr. Christoph Dautermann noch Exponate, Dokumente, Fotos und Filmaufnahmen. Die Ausstellung soll im Spätherbst 2020 eröffnet werden.

„Bislang ist die Geschichte des Krefelder Sports nicht zusammenfassend bearbeitet worden“, sagt Dautermann. Es existieren zwar zahlreiche Festschriften und einzelne Bücher zu einigen Sparten, aber niemand habe sich bisher die Mühe gemacht, die Sportgeschichte in der Gesamtschau darzustellen. Einstige Spitzensportler wie der Leichtathlet Hubert Houben oder der Eiskunstläufer Werner Rittberger seien heute noch durch Sportanlagen bekannt, die nach ihnen benannt wurden. „Viele ehemalige Weltklasse-Athleten und Sportgrößen sind aber heute so gut wie vergessen“, so Dautermann. Und die habe es in unterschiedlichen Sportarten wie Eishockey, Fußball, Schwimmen, Reiten und vielen mehr gegeben. Gleiches gilt für die Sportstätten: Während beispielsweise das Stadtbad Uerdingen von 1907 noch in Betrieb ist, wurde die Radrennbahn im Kaiser-Wilhelm-Park vor Jahrzehnten abgerissen.

Der Stadtsportbund feiert sein Jubiläum Anfang Dezember 2020. Rund 64 000 Menschen sind derzeit Mitglieder in hiesigen Sportvereinen. Hinzu kommen die Breitensportler. „Wir sind eine unfassbare große Sportstadt“, sagt Jens Sattler, Geschäftsführer vom Stadtsportbund Krefeld. Das Jubiläumsjahr „Tradition, Vielfalt und Visionen“ beginnt für den Stadtsportbund bereits im April 2020 mit „Kultur trifft Sport“ in der Kulturfabrik. Weiter geht es mit „Crossover Burg Linn“ Mitte Mai und einem Sportwochenende im September.

Damit möglichst viele Sparten in der Ausstellung abgedeckt werden, bittet das Museum Burg Linn die Bevölkerung, entsprechende Fotos, Plakate, Ausrüstungsgegenstände, Sportkleidung, Medaillen, Urkunden oder ähnlich geeignete Zeitdokumente als Leihgaben zur Verfügung zu stellen. Ansprechpartner ist Dr. Christoph Dautermann, der per E-Mail chr.dautermann@krefeld.de zu erreichen ist.

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