Das „China Trade Centre Europe“ könnte tausende Arbeitsplätze bringen – nach anfänglicher Euphorie ist Ernüchterung eingetreten. Was bleibt sind 60.000 qm freie Gewerbefläche ( © )
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Duisburg. Die Sache zieht sich wie Gummi, doch auf einen guten Beginn folgen mitunter keine Taten. Dieser Eindruck drängte sich der CDU-Fraktion Rheinhausen auf, die sich in der Sitzung der Bezirksvertretung am 5. Dezember um den Stand der Dinge im „A-Bereich“ des Businessparks Asterlagen kümmerte. Hintergrund: Es verdichten sich die Gedanken, dass das „China-Center“ eventuell an anderer Stelle etabliert wird. Deshalb fordert die CDU die Verwaltung auf, „ein Konzept zu entwickeln, wie der A-Bereich – für den Fall, dass das China Trade Centre Europa (CTCE) dort nicht realisiert wird – kleinteiliger und für andere Gewerbe-Investoren besser vermarktet werden kann“.

Grundlage ist ein 1991 beschlossener Bebauungsplan, für den A-Bereich ist ein Gewerbegebiet festgesetzt. Die Bebauung dort kann bis zu 5-geschossig ausgeführt werden. Der A-Bereich wird als „städtebaulich betonender Gebäudekomplex“ bezeichnet. Im Gestaltungshandbuch sind hier Büroflächen genannt. Damit soll sich der A-Bereich wesentlich von den übrigen Bereichen im Businesspark abheben. Diese Besonderheit jedoch war über viele Jahre ein Hemmschuh für die Nutzung der Fläche. Es wurden keine Investments gefunden, die den hohen Anforderungen genügten. Hinzu kam, dass das eine oder andere Großprojekt zur Sprache kam, das dann bald wieder zu den Akten gelegt wurde.

So tat sich 25 Jahre nichts, während die übrigen Flächen nach und nach vermarktet wurden – bis auf den A-Bereich gibt es im Businesspark keine Gewerbeflächen mehr. Das vor dem Hintergrund, dass die Wirtschaftsförderung und die IHK ständig das fehlende Angebot an Gewerbeflächen in Duisburg beklagen.

Als 2016 das CTCE ins Spiel gebracht wurde, waren die Erwartungen hoch. Sollte doch die gesamte verbleibende Fläche von etwa 60.000 qm in einem Zuge genutzt werden. Ein Glanzlicht für die Stadt sollte entstehen. Heute ist wieder Ernüchterung eingetreten, es ist weiter ungewiss, ob das Vorhaben überhaupt an diesem Standort realisiert wird.

Die CDU-Fraktion sieht daher die Notwendigkeit, für diese Fläche ein Entwicklungskonzept zu erstellen, dass die Vermarktbarkeit und Nutzung für Gewerbeinvestoren verbessern soll. Der Abstand zwischen der Dr.-Detlev-Karsten-Rohwedder-Straße und der Dr.-Alfred-Herrhausen-Alle beträgt etwa 200 m. Die Gewerbegrundstücke sind bis zu 100 m tief. Eine höhere Kleinteiligkeit, also kleine Grundstückgrößen, wie sie im Businesspark üblich ist, wird somit schwierig. Des Weiteren würden die zulässigen Geschosszahlen von bis zu fünf nicht erreicht, und der Schwerpunkt läge auch nicht auf der Büronutzung.

Ein alternatives Strategiekonzept sollte deshalb diese Kleinteiligkeit prüfen und entwickeln. Dies würde jedoch auch in Teilen eine Abkehr von den bisherigen Zielen bedeuten, die sich in der Vergangenheit nicht realisieren ließen und damit Ansiedlungen und Arbeitsplätze  verhindert haben. Ein solches Konzept sollte weitgehend Bebauungsplan-konform sein und keine langjährigen Änderungen des bisherigen Planungsrechts erfordern.

Der CDU-Fraktion ist bewusst, dass die Verwaltung, wenn sie derzeit selbst keine eindeutigen Aussagen zum CTCE in Asterlagen machen kann, ein solches Konzept für verfrüht hält. Andererseits weiter zuzuwarten und noch mehr Jahre verstreichen zu lassen, ist angesichts des fehlenden Gewerbeangebots in Duisburg auch keine Lösung.

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