Die neu gestaltete Station der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen hilft geriatrischen Patienten mit Orientierungspunkten und fördert die Erinnerungsleistung (Foto: privat)
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Oberhausen. Neues Gestaltungskonzept für geriatrische Patienten der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen bietet Orientierungspunkte und fördert die Erinnerungsleistung

Paris, Madrid, Rom und Kopenhagen – was für viele ein Urlaubstraum bleibt, ist für die geriatrischen Patienten der Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen nun der Ort zum Genesen. Möglich wird das durch ein neues Gestaltungskonzept, das den betagten Patienten den Aufenthalt im Krankenhaus erleichtert.

„Ältere Patienten haben andere Bedürfnisse und körperliche Voraussetzungen als jüngere und benötigen dementsprechend eine angepasste Betreuung“, betont der leitende Arzt der Klinik für Geriatrie, Sergej Birkheim. Oft leiden betagte Patienten an mehreren chronischen und dementiellen Erkrankungen. Dazu kommen Orientierungslosigkeit, schlechtes Sehvermögen und eine Abnahme der Gehirnleistung. „Um dem gerecht zu werden, ist das ganze Team kreativ geworden“, sagt Birkheim.

Die wohl wirkungsvollste Änderung: Europäische Städte weisen nun den Weg ins eigene Zimmer. Jeder Raum auf Station Antonius ist durch Muster und Bilder typischer Sehenswürdigkeiten mit einer Großstadt verknüpft. „Viele unserer Patienten kennen die Orte aus früheren Urlauben“, weiß Stationsleitung Olga Schleicher und erklärt: „Positive Erinnerungen helfen älteren Menschen, Situationen besser zu bewerten und sich im Alltag zurechtzufinden.“ Zusätzlich bieten in Zukunft große Zimmernummern auf den Türen und eine farbliche Einteilung der Station gut erkennbare Orientierungspunkte. Beruhigende Farben runden das Angebot ab.

Auch das Thema Bewegung soll auf der neuen Station nicht zu kurz kommen. „Die aktive Mobilisierung ist einer der wichtigsten Bestandteile der geriatrischen Behandlung“, betont der Geriater. Um die Bewegungstherapie spannender zu gestalten, wird der Boden mit Start- und Zielmarkierungen versehen – wie auf einem Sportplatz. „Es spornt die Patienten an, nach und nach wortwörtlich ins Ziel zu kommen – zurück in ein selbstbestimmteres Leben“, weiß Gesundheits- und Krankenpflegerin Schleicher.

Neben den Patientenzimmern und dem Flur wurde auch der Gemeinschaftsraum der Geriatrie beim neuen Konzept bedacht. „Bücher, Vasen und Bilder zum Ansehen und Anfassen laden zum Gehirnjogging ein“, so Geriater Birkheim. Darüber hinaus bieten die Gegenstände Patienten, Angehörigen und Pflegekräften Anlass zur Kommunikation. Helles Mobiliar und eine kleine Küchenzeile schaffen zudem eine gemütliche Atmosphäre. „Wie zu Hause – ein Ort zum Wohlfühlen“, schmunzelt Schleicher.

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