Schon etwas gewonnen: Für ihr sehr gutes Abschneiden beim Gesundheitspreis der BGW erhält die Caritas im Rhein-Kreis Neuss einen Imagefilm. Lydia Wisner, Einrichtungsleiterin des Caritashauses Hildegundis von Meer (rote Jacke), steht bei den Dreharbeiten Rede und Antwort (Foto: Peter Wirtz)
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Rhein-Kreis Neuss. Beim bundesweiten Gesundheitspreis der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat es die Caritas im Rhein-Kreis Neuss unter die fünf Finalisten geschafft. Alle drei Jahre zeichnet die BGW Betriebe und Einrichtungen in ganz Deutschland aus dem Bereich der stationären Pflege für ihre Maßnahmen zur Förderung der Mitarbeitergesundheit aus. In diesem Jahr nimmt das Caritashaus Hildegundis von Meer in Meerbusch stellvertretend für alle Caritashäuser im Kreis daran teil. Welche Endplatzierung die Caritas bei dem Gesundheitspreis erreicht, entscheidet sich erst 2020. Im kommenden März werden die besten Bewerber bei einer Feier in Berlin gekürt. Teilnahmeberechtigt am Gesundheitspreis waren alle Mitglieder der BGW aus dem Bereich stationäre Pflege. In der BGW sind rund 645.000 Betriebe und Unternehmen mit rund 8,5 Millionen Arbeitnehmern versichert.

„Das hier haben wir bereits gewonnen“, freut sich Lydia Wisner, Leiterin des Caritashauses Hildegundis von Meer, und deutet auf das Kamerateam, das Filmaufnahmen ihrer Einrichtung macht. Zwei Tage lang interviewt das Team Mitarbeiter und filmt das Haus von innen und außen. Ein Imagefilm und ein Einspieler für die Preisverleihung im März sollen daraus entstehen. Verdient haben sich das die Caritashäuser im Rhein-Kreis Neuss durch viele Projekte für die Gesundheit der Mitarbeiter, die über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen.

2014 machte sich die Caritas im Rhein-Kreis Neuss auf, ein ganzheitliches Konzept zu erstellen, das nicht nur die Qualität der Einrichtungen für die Bewohner verbesserte, sondern auch die Qualität in den Bereichen Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie der betrieblichen Gesundheitsförderung für die Mitarbeiter gezielt steigert.

So erhielten zum Beispiel alle Mitarbeiter in Pflege und Betreuung einen Grundkurs in Kinästhetik. Das Programm hilft dabei, körperlich anstrengende Tätigkeiten gelenk- und kraftschonender umzusetzen. Zusätzlich wurde eine halbe Stelle für eine Kinästhetik-Trainerin geschaffen. Die Caritas organisierte Mitarbeiterbefragungen, führt jährlich Mitarbeitergespräche und bietet Workshops in den Einrichtungen zu Gesundheitsthemen an. Auch einen speziellen Gesundheitstag gibt es einmal im Jahr.

Außerdem wurden die Leitungen der Häuser in der Mitarbeiterführung geschult und für möglichen Stress der Angestellten sensibilisiert. In psychisch belastenden Situationen können sich Mitarbeiter Hilfe bei ethischen Fallbesprechungen und seelsorgerischen Begleitungen holen. Zudem gibt es Maßnahmen und Ansprechpartner für Gewaltprävention.

„Diese und weitere Maßnahmen führen wir sehr strukturiert durch. Dabei geht es auch darum, uns kontinuierlich zu verbessern“, erläutert Martina Römer-Hachisuka von der Stabstelle Qualitätsmanagement, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Datenschutz. Das Thema Mitarbeitergesundheit habe einen sehr hohen Stellenwert, sagt auch Hans. W. Reisdorf, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes: „Die tägliche Arbeit in der Pflege kann herausfordernd sein. Gesunde und motivierte Mitarbeiter sind dafür eine wesentliche Voraussetzung.“

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