- Heike Collin vor der Beratungsstelle, gemeinsam mit Dr. Franz Maurer (li.), ehemaliger Leiter der Einrichtung, und Volker Rohse, aktueller Leiter der Beratungsstelle (Foto: privat)
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Mülheim. Ev. Beratungsstelle verabschiedet Heike Collin

„Ich gehe eigentlich, wenn es gerade am schönsten ist“, sagte Diplom-Psychologin Heike Collin zu ihrem Abschied in den Ruhestand. 38 Jahre lang war sie in der Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe- und Lebensfragen des Kirchenkreises An der Ruhr tätig, hat zeitweise die Einrichtung kommissarisch geleitet. Viele Erinnerungen an „berührende Begegnungen“ mit Mülheimerinnen und Mülheimern nimmt sie mit beim Abschied aus dem Arbeitsleben. „Die Arbeit mit Klienten war immer bereichernd und hat Weiterentwicklung auf beiden Seiten ermöglicht.“

„Heike Collin ist 38 Jahre neugierig geblieben, auf jeden einzelnen Menschen“, sagte Volker Rohse, Leiter der Ev. Beratungsstelle, bei der Feierstunde in der Einrichtung am Hagdorn. Über 1800 Paare, Familien und Einzelpersonen hat die Psychologin in diesen Räumen kennengelernt und begleitet. Gemeinsam mit dem Team der Beratungsstelle hat sich Heike Collin immer wieder auf Neues eingelassen. „Wir konnten nie stehen bleiben, die Gesellschaft hat sich gewandelt, genauso wie die Klienten und die Anforderungen der Politik“, blickte Dr. Franz Maurer, ehemaliger langjähriger Leiter der Beratungsstelle, zurück: „Heike, du bist mit uns mit der Zeit gegangen.“ Zu Beginn der 1980er Jahre war es die systemische Familientherapie, die als neuer Ansatz die Arbeit in der Beratung prägte, später kamen weitere Neuorientierungen dazu, zum Beispiel die Ergebnisse der Bindungsforschung, aus denen die Mülheimer Kursreihe „Das Baby verstehen“ erwuchs.

Auch die individuelle Arbeit mit Klientinnen und Klienten hat sich im Laufe der Zeit verändert, findet Heike Collin: „Früher kamen Menschen eher mit einer klar umrissenen Fragestellung, vielleicht mit Erziehungsthemen oder Problemen mit dem eigenen Selbstwertgefühl. Heute ist es oft ein ganzer Rucksack voll Schwierigkeiten, den die Menschen mit sich tragen: Probleme sowohl sozial, materiell als auch persönlich oder in der Partnerschaft. Da ist es nicht so leicht, gemeinsam innezuhalten und zu überlegen, wo der erste kleine Ansatzpunkt für Verbesserung ist.“

Gemeinsam mit Klientinnen und Klienten nach neuen Perspektiven suchen, das übernehmen weiterhin die verbleibenden Kolleginnen und Kollegen in der Evangelischen Beratungsstelle in der Altstadt (www.beratung.kirche-muelheim.de). Heike Collin freut sich nun über mehr Zeit für die Familie, gemeinsam mit ihrem Mann, der als Kinderarzt zeitgleich in den Ruhestand geht. Sie blickt voraus auf „mehr Zeit für die Enkel, für den Chor, für Theater, Lesen und Sport“, der nun auch nicht mehr morgens vor Dienstbeginn stattfinden muss.

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