v.l. Ibrahim Yetim MdL (Foto: privat) und Michael Pela (Foto: Christian Voigt/LokalKlick)
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Moers. Mit besonderer Begeisterung nehme ich zur Kenntnis, dass der junge Akademiker und Ratsherr der Stadt Moers, Michael Pela, bei den im nächsten Jahr anstehenden Kommunalwahlen in Moers für die SPD als Bürgermeisterkandidat antreten möchte. Dabei scheut er auch nicht die interne Gegenkandidatur gegen Ibrahim Yetim, Mitglied des Landtages (…). Mich erstaunt, dass Yetim sein Amt niederlegen will und damit das Vertrauen, welches seine Wähler ihm geschenkt haben, mit Füßen tritt.                                                                                                                    Ich bin seit 1974 Mitglied der SPD und habe Yetims Karriere mit Interesse verfolgt, er soll sich bei einer für die SPD gewonnenen Landtagswahl wohl die Position eines Staatsekretärs im Ministerium Ralf Jäger ausgerechnet haben. Meiner Meinung nach ist sein Wunsch, Moerser Bürgermeister zu werden lediglich der Wunsch, einen Karrieresprung zu machen, egal wie.                                                                                                                    Ich bin Mitglied des Seniorenbeirates, wir setzen uns dafür ein, dass aktiv gegen Altersarmut und Probleme der älteren Bevölkerung vorgegangen wird. Yetim gehörte zu den Entscheidungsträgern, die vor ca. 6 Jahren angeblich aus finanziellen Gründen den Seniorenbeirat auflösen wollten, er weigerte sich sogar schriftlich, im Rat gegen die Auflösung zu votieren. Wenn man sich die heutige Lage anschaut, ist dies völlig unverständlich, unterstellt man nicht, dass einige der Moerser Ratsfraktionen damit die Kosten für die luxuriösen Fraktionsräume im Neubauteil des von der Firma Hochtief für etwa 1/4 Jahrhundert geleasten neuen Rathauses nebst Unterhalt, Wartung und Service etwas “abfedern” wollten, machen diese doch gut und gerne 1/10 der monatlich fälligen fast 600.000 € Leasingkosten aus. Man könnte die Fraktionen, wie auch Teile der Verwaltung in dem weniger attraktiven Untergeschoß des alten Rathausteils unterbringen und im Erdgeschoß des Neubaus Räumlichkeiten gewerblich vermieten. Das wäre eine echte “Abfederung” und ließe die vom Seniorenbeirat verursachten Kosten einschließlich anderer erheblicher Vorteile für die ältere Bevölkerung von Moers wie Peanuts aussehen.

Michael Pela hat bereits vor Monaten die Probleme unserer Stadt öffentlich bemängelt, wie zum Beispiel die hohen Mieten oder die Preise für den ÖPNV oder die starke Zunahme der Teilnehmerzahl an den Tafeln aus finanzieller Not, die besonders die ältere Bevölkerung treffen.

Spätestens seit der Groko hat die SPD ein Glaubwürdigkeitsproblem. Junge Menschen, die zu ihrem Wort stehen und sich dabei auch nicht zu fein sind gegen Berufspolitiker anzutreten, werden diese Glaubwürdigkeit zurückbringen. Ich gehöre leider nicht zu den Delegierten, die am 08.01.2020 zwischen Yetim und Pela entscheiden müssen, dennoch hoffe ich, dass sie erkennen, welche Chance für unsere Stadt der junge Jurist mitbringt.

Jochen Vagt, Moers

 

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