IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz (r.) stellte im Restaurant „Hans im Glück“ von Gründer Harun Kabir den Gründerreport 2019 vor (Foto: IHK)

Krefeld. IHK-Gründerreport 2019 für Krefeld

Harun Kabir hat sich getraut. Er hat den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt und den Traum vom eigenen Unternehmen wahr werden lassen. Im April 2019 hat er als Franchisenehmer von „Hans im Glück“ im Krefelder Schwanenmarkt ein Burger-Restaurant eröffnet. „Und ich habe es nie bereut“, betont Kabir. Mit einem speziell auf Frische und Natürlichkeit ausgerichteten Konzept wollen die Hans-im-Glück-Gastronomen vor allem eine ernährungsbewusste Zielgruppe ansprechen. Unterstützt wurden Kabir von Bert Mangels, Gründungsexperte der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein.

Wie Kabir in diesem Jahr haben sich im vergangenen Jahr 1.736 Menschen in Krefeld selbstständig gemacht. Im gleichen Zeitraum haben auch 1.732 Unternehmer ihre Firma aufgegeben. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 waren es 1.923 Gründungen und 1.866 Aufgaben. Damit verzeichnet Krefeld ein Minus von 9,72 Prozent bei den Gründungen und einen Rückgang um 7,18 Prozent bei den Aufgaben. Die Gründungsintensität – also die Anzahl der Gründungen in Relation zur Einwohnerzahl – lag 2018 in Krefeld mit 0,77 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres (0,85) und ebenfalls unter dem durchschnittlichen Niveau im Bezirk der IHK Mittlerer Niederrhein (0,81). Das sind die wesentlichen Krefelder Kennziffern des Gründerreports 2019, den die IHK auf der Datenbasis des Landes NRW erarbeitet hat.

„Die Gesellschaft braucht Gründer. Menschen, die den Sprung in die unternehmerische Selbstständigkeit wagen, sind wertvoll für die Wirtschaft“, sagt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein. „Sie bereichern den Markt mit neuen Produkten, Prozessen, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen, und sie sorgen für Wertschöpfung sowie für Arbeits- und Ausbildungsplätze.“

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Neugründungen um 3,6 Prozent von 124.409 im Jahr 2017 auf 119.931 im vergangenen Jahr zurückgegangen. Gleichzeitig ist auch die Zahl der Gewerbeabmeldungen rückläufig – von 116.495 auf 115.262. Somit konnten insgesamt 4.669 zusätzliche Unternehmen in NRW im Jahr 2018 gezählt werden. Dies aber nur, weil der Rückgang bei den Gewerbeabmeldungen höher ausgefallen ist als der Rückgang bei den Gewerbeanmeldungen.

Bisher konnte sich der Bezirk der IHK Mittlerer Niederrhein vom negativen Landestrend absetzen. Im vergangenen Jahr gelang dies nicht mehr. Die Unternehmensgründungen lagen 2018 um 6,82 Prozent unter dem Vorjahreswert. Gleichzeitig sind die Geschäftsaufgaben 2018 nur um 0,71 Prozent gesunken. Im Saldo ist die Zahl der Unternehmen somit um 563 kleiner. „Die gute konjunkturelle Lage der vergangenen Jahre hat dazu geführt, dass die Anzahl der Gründungen aus beruflichen Notlagen heraus abnimmt, aber gleichzeitig der Anteil der qualitativ hochwertigen und vielversprechenden Gründungen zunimmt“, erläutert IHK-Existenzgründungsberater Bert Mangels.

„Wichtig ist, dass eine Gründerkultur gefördert wird, die Unternehmertum und Kreativität ermöglicht“, betont Steinmetz. Jungunternehmer brauchten Rahmenbedingungen, die es ihnen erlauben, sich voll und ganz auf Kunden und Produkte zu konzentrieren. „Sie sollten weder Zeit noch Energie damit verschwenden müssen, bürokratische Hürden zu überwinden“, fordert der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Aber auch die Gründer selbst müssen ihren Teil zum Erfolg beitragen. „Sie müssen gut auf diesen Schritt vorbereitet sein. Dabei unterstützen wir sie gerne“, sagt IHK-Experte Mangels und appelliert an alle Gründer, das umfangreiche Beratungsangebot der IHK zu nutzen.

Angehenden Unternehmern stehen die Berater Bert Mangels (Tel. 02151 635-335, E-Mail: mangels@krefeld.ihk.de) und Pascal Görigk (Tel. 02161 241-120, E-Mail: goerigk@mittlerer-niederrhein.ihk.de) zur Verfügung.

Der Gründerreport steht als PDF-Datei im Internet unter www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/5941 zum Download bereit.

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