(Foto: Desirée Tobiasch)
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Duisburg. Desirée Tobiasch kümmert sich um einen der wohl längsten Wunschzettel in Duisburg. Für jede/n der 96 Bewohnerinnen und Bewohner des AWOcura-Seniorenzentrums Lene Reklat kaufte die Leiterin des Sozialen Dienstes ein individuelles Geschenk.

Die Wünsche der älteren Menschen im Haus sind so unterschiedlich wie Menschen eben sind: Ein Mann wird sich über eine Flasche Sherry freuen, eine Frau darf ein schönes Tuch auspacken. Wieder eine andere wird duftende Bodylotion auf ihrem Gabentisch finden. „Denn sie besucht gerne unsere Wellness-Oase im Haus“, sagt Desirée Tobiasch und während sie das sagt, lächelt sie selbst vor lauter Vorfreude. Was sich jede und jeder so wünscht, das AWOcura-Team hat es vorher akribisch ermittelt.

Gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Kerstin Hintze hat sich Desirée Tobiasch auf den Weg in die Duisburger Innenstadt gemacht und das Auto in eine Art Santa-Mobil verwandelt. Von Geschäft zu Geschäft ging es. Immer wurde die „Beute“ im Auto zwischengelagert. Bis der schier endlos lange Wunschzettel abgearbeitet war. Der Schlitten des Weihnachtsmanns kann nicht dichter bepackt sein.

Warum sie es sich nicht einfacher macht, erklärt die Frau vom Sozialen Dienst so: „Wir sehen und erleben jeden Menschen bei uns im Haus als eine eigene Persönlichkeit und haben deshalb auch ein persönliches Verhältnis. Deshalb wollen wir jeden auch mit einem Geschenk bescheren, das den eigenen Wünschen entspricht. Jede und jeder soll seine eigene individuelle Weihnachtsfreude haben.“ Das kleine Strahlen beim Auspacken des Präsents zum Fest erlebt sie persönlich mit. „Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, an Heiligabend nicht bei uns im Haus zu sein“, sagt die seit zehn Jahren bei der AWOcura tätige Leiterin des Sozialen Diensts.

Der Tag beginnt mit einem Gottesdienst für alle Bewohnerinnen und Bewohner. Mittags gibt es dann traditionell Brühwurst mit Kartoffelsalat. Danach ist die große Weihnachtsfeier im Erdgeschoss. Es feiern Bewohner/innen, Angehörige und Mitarbeiter/innen zusammen. Es werden Geschichten vorgelesen und Weihnachtslieder gesungen. Die Gitarren geben die Melodie vor. Auch wer nicht aufstehen kann und dabei sein will, wird im Bett nach unten gebracht.

„Wir wollen, dass alle bei uns im Haus ein Weihnachtsgefühl bekommen. Für viele sind diese Tage mit schönen Erinnerungen verbunden. Die Lieder, die Dekoration und die Stimmung wecken diese guten Gefühle aufs Neue“, sagt Desirée Tobiasch.

Im Gegenzug muss sich die AWOcura-Mitarbeiterin zu Hause um nichts kümmern: „Alle wissen ja, dass ich an Heiligabend arbeite. Sie bereiten alles vor. Da kann ich mich gleich an den gedeckten Tisch setzen und mitfeiern.“ Wer so emsig als Santa Claudia unterwegs ist, darf sich dann auch zum Fest verwöhnen lassen.

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