Gute Laune gibt es derzeit nach den Spielen der TuS Damen. Hier feiern die Fans und LAGA Maskottchen Kalli den Heimsieg gegen Kirchhof (Foto: Frank Reinert)
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Kamp-Lintfort. Die Handballerinnen des TuS Lintfort haben allen Grund zur Freude. Nach zuletzt fünf Siegen in Folge belegt die Mannschaft in der 2. Bundesliga einen hervorragenden 6. Platz. „Nur drei Teams in der 2. Liga haben mehr Punkte auf dem Konto als wir. Das ist einfach sensationell und wir genießen diese Momentaufnahme“, freut sich Lintforts langjährige Trainerin Bettina Grenz-Klein.

Derzeit sieht es danach aus, als könnte der TuS erstmals in seiner Vereinsgeschichte auch im zweiten Jahr der Ligazugehörigkeit den Klassenerhalt sichern. „Wir waren ja schon oft in der 2. Liga und haben 2005 und 2008 den Klassenerhalt geschafft. Aber spätestens im zweiten Jahr sind wir immer relativ chancenlos abgestiegen“, weiß Grenz-Klein, die neben vier Aufstiegen auch vier Mal den Abstieg in die 3. Liga mitgemacht hat.

Die aktuelle Mannschaft des TuS präsentiert sich gefestigt und hat nach den Erfolgen der letzten Wochen ordentlich Selbstvertrauen getankt. Und die Leistung ist durchaus hoch zu bewerten, fehlte doch zu Beginn der Saison mit Naina Klein eine der Torjägerinnen und in den letzten beiden Spielen mit Eva Legermann eine absolute Leistungsträgerin. Dass die Mannschaft trotz der Ausfälle punktet, liegt sicher an der Ausgeglichenheit des Kaders. Die Abgänge gestandener Spielerinnen wie Vanessa Dings oder Tatjana van den Broek wurden gut kompensiert. Mit Kathi Kaiser wurde eine gute Ergänzung für die Rechtsaußenposition gefunden. Die hochtalentierte Lisa Kunert verstärkt den rechten Rückraum und hat noch deutliches Entwicklungspotenzial. „Da sind wir auf einem guten Weg, beide Spielerinnen sind deutliche Verstärkungen und vier Linkshänderinnen hat auch nicht jeder Verein im Kader.“ Dazu kommen noch Jana Willing, die trotz ihrer erst 19 Jahre die Lücke am Kreis geschlossen hat und auch in der Abwehr eine zentrale Rolle einnimmt sowie Anika Henschel, die eigentlich für den Rückraum eingeplant war und nun am Kreis Spielanteile bekommt.

Eine wichtige Rolle spielt auch Naina Klein im Rückraum, die nach einjähriger Verletzungspause wieder zu ihrer alten Stärke findet und die gemeinsam mit Jana Willing den wohl jüngsten Innenblock der Bundesliga stellt. „Wir sind schon sehr jung aufgestellt“, findet Bettina Grenz-Klein. „Unsere älteste Spielerin ist gerade einmal 27 Jahre und mit Naina, Jana und Lisa haben wir drei extrem junge Talente auf verantwortungsvollen Positionen.“

Neben Haupttorschützin Loes Vandewal, die wie gewohnt trifft, haben in dieser Saison vor allem Torhüterin Laura Graef und Spielmacherin Mie Norup Isaksen einen großen Leistungssprung gemacht. „Laura hat sich zu einer der stärksten Torhüterinnen der 2. Liga entwickelt und Mie spielt derzeit eine Rolle, die ihr nur wenige zugetraut haben“, freut sich die Trainerin über die Entwicklung ihrer Spielerinnen. Der TuS ist darauf angewiesen, Spielerinnen zu entwickeln und besser zu machen. Verglichen mit dem durchschnittlichen Liga-Etat von 220.000 Euro ist der TuS Lintfort eigentlich deutlich im Nachteil. Mit nur gut 70.000 Euro liegt der Verein weit unter dem Ligaschnitt. „Das ist schon erstaunlich, dass wir da mithalten können. Das geht nur mit einem großen ehrenamtlichen Engagement im ganzen Verein. Ob Hallensprecher, Kassierer oder Ordner, bei uns ist alles ehrenamtlich besetzt. Das gibt es in der Bundesliga sonst nirgendwo“, wundert sich Grenz-Klein. Aber vielleicht liegt ja auch gerade in dieser Struktur eine der Stärken des Vereins.

Trotzdem braucht der TuS natürlich dringend weitere Sponsoren, wenn es endlich gelingen sollte, sich in der 2. Bundesliga zu etablieren. „Da suchen wir noch Privatpersonen und auch Firmen, die uns unterstützen. Egal ob Kleinsponsor oder Trikotwerbung, wir sind für alles offen“, erklärt Bettina Grenz-Klein. „Wir haben bei unserem Aufstieg gesagt, dass wir zur Landesgartenschau noch in der Bundesliga spielen wollen. Das sieht gut aus, aber dafür brauchen wir Unterstützung.“

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