Priv.-Doz. Dr. Götz Ulrich Griogoleit (r.) und Krankenpflegerin Maria Bitsakaki (l.) tragen nicht (nur) aus Sympathiegründen einen Mundschutz, sondern auch um ihren Patienten, Andreas Fendel (M.), zu schützen, dessen Immunsystem nach einer Chemotherapie angegriffen ist und durch die Stammzellen eines Spenders wieder aufgebaut wird (Foto: Helios)

Duisburg. Seit Oktober letzten Jahres ist Priv.-Doz. Dr. Götz Ulrich Griogoleit am Helios Klinikum in Duisburg. Er hat an der hämatologischen Klinik das Verfahren der allogenen Stammzelltransplantation eingeführt. Nun wurde der erste Patient entlassen, bei dem solch eine Stammzelltransplantation angewandt worden ist.

„Wenn ich das mit dem Gesicht nicht gehabt hätte, hätten die das ja nicht gemerkt mit der Leukämie. Wer weiß, was dann gewesen wäre.“ Andreas Fendel spricht davon, als sei es Glück gewesen, dass seine linke Gesichtshälfte im April 2019 plötzlich wie gelähmt war. Denn nur dieser Umstand hat ihn zu seinem Hausarzt geführt. Blutuntersuchungen ergaben dann die Diagnose: Leukämie. Man sieht dem 69-Jährigen den Schrecken darüber immer noch an, wie er da auf seinem Krankenbett sitzt und darauf wartet, dass ihn sein Sohn abholt. Herr Fendel wird in die ambulante Weiterbehandlung entlassen und das knapp 20 Tage nach einer Stammzelltransplantation. „Eine konventionelle Chemotherapie alleine war nicht möglich“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Götz Ulrich Griogoleit, der seit Januar 2020 die Gesamtleitung der Klinik für Onkologie und Hämatologie am Helios Klinikum in Duisburg übernommen hat. Sein Vorgänger, der renommierte Pof. Dr. Carlo Aul, ist Ende des Jahres aus Altersgründen ausgeschieden.

„Wir haben uns gemeinsam mit Herrn Fendel für eine allogene Stammzelltransplantation entschieden, auf die er bestens angeschlagen hat“, so Dr. Grigoleit. Bei der allogenen Stammzelltransplantation erhält der Patient Knochenmark oder Blutsstammzellen eines Spenders. Dabei ist es wichtig, dass bestimmte Gewebemerkmale möglichst vollständig mit denen des Empfängers übereinstimmen. Nur so kann eine mögliche Abstossungsreaktion des Körpers vermieden werden. Es gibt unendlich viele Kombinationen dieser Merkmale, die Wahrscheinlichkeit, einen „genetischen Zwilling“ zu finden, ist daher sehr gering. Bei ca. einem Drittel der Patienten sind Geschwister dieser genetische Zwilling. Wenn kein passender Spender in der Familie zu finden ist, wird in nationalen und internationalen Knochenmarksspenderregistern nach einem passenden Spender gesucht. Dies war auch bei Herrn Fendel der Fall. „Im Endeffekt können wir sagen, dass es sich bei dem Spender um einen DKMS-registrierten Menschen aus Deutschland handelt. Es ist von höchster Wichtigkeit, dass sich mehr Menschen bei der Deutschen Knochemarkspenderdatei (DKMS) registrieren lassen. Nur so kann gewährleistet werden, dass wir weiterhin Patienten mit einer Stammzelltransplantation retten können“, betont Dr. Grigoleit. „Am besten informieren Sie sich noch heute auf der Webseite der DKMS unter www.dkms.de und lassen sich registrieren!“

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