Seit Anfang des Jahres unterstützt Daniel Schrader das Team der Uniklinik Düsseldorf als Organspendekoordinator (Foto: Universitätsklinikum Düsseldorf/UKD)

Düsseldorf. Seit Anfang des Jahres unterstützt Daniel Schrader das Team des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) als Organspendekoordinator. Daniel Schrader, der bis zum Jahr 2011 am UKD als Pflegekraft auf der Intensivstation gearbeitet hat und dann acht Jahre für die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) tätig war, bildet nun die Schnittstelle zwischen dem Vorstand von Düsseldorfs größtem Krankenhaus, den sechs Transplantationsbeauftragten im Haus, dem medizinischen Personal auf den Normal- und Intensivstationen sowie den Patienten und Angehörigen.

Für Patientinnen und Patienten, die unter akutem Organversagen leiden, ist eine Organtransplantation häufig die einzige lebensrettende Behandlungsmöglichkeit. „Die aktuellen Zahlen zeigen aber: In Deutschland gibt es deutlich mehr Menschen auf Wartelisten als Spenderorgane. Über 9.000 Menschen warten in diesem Moment auf ein passendes Spenderorgan. Demgegenüber stehen rund 930 Verstorbene, die ihre Organe im Jahr 2019 gespendet haben. In der Regel können einem Organspender mehrere Organe entnommen werden. Trotz der großen medialen Präsenz des Themas und auch gesetzlicher Änderungen zur Förderung der Organspende, gab es im vergangenen Jahr leider wieder einen leichten Rückgang der Spenden in Deutschland“, erklärt Daniel Schrader.

„Mit der aktuellen Anzahl von Organspenden ist Deutschland im internationalen Vergleich – bei Ländern mit gleichwertig hoch entwickelten Gesundheitssystemen – eines der Schlusslichter. In unseren Nachbarländern ist die Anzahl der Organspender bezogen auf die Gesamtbevölkerung zum Teil doppelt bis dreimal so hoch. Diese Länder sind teilweise wie Deutschland Mitglied bei Eurotransplant, der internationalen Vermittlungsstelle für Organe.“

Die Abläufe von der Organspende bis zur Transplantation sind komplex. Geregelt werden sie vom Deutschen Transplantationsgesetz. Hier ist festgelegt, dass alle Krankenhäuser mit Intensivstationen dazu verpflichtet sind, mögliche Organspender zu erkennen, den Tod auf Grundlage des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls – im Volksmund auch „Hirntod“ genannt – festzustellen und mit den Angehörigen der Verstorbenen den Wunsch zu einer Organspende zu ermitteln.

Daniel Schrader sensibilisiert als Organspendekoordinator für das Thema Organspende

Hier setzt die Arbeit von Daniel Schrader als Organspendekoordinator ein: „Beim Thema Organspende haben die Universitätskliniken mit ihren Transplantationszentren eine besondere Verantwortung und auch Vorbildfunktion. Meine Aufgabe ist es insbesondere, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den Intensivstationen kontinuierlich zu schulen, sie für das Thema Organspende noch mehr zu sensibilisieren und bei allen Fragen rund um das Thema zu unterstützen. Dadurch können mögliche Organspender frühzeitiger erkannt und Angehörigengespräche zur Ermittlung des Wunsches einer Organspende initiiert werden. Das sind natürlich hochsensible und emotionale Momente, deshalb unterstütze ich auch hier die Kolleginnen und Kollegen gerne.“ Als Koordinator ist er Ansprechpartner aller an einer Organspende beteiligten Stellen – auch für externe Institutionen, wie der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO).

Daniel Schrader hofft, mit seiner Arbeit möglichst viele Menschen für das Thema Organspende gewinnen zu können. „Noch immer sterben in Deutschland zu viele Betroffene während sie auf ein Spenderorgan warten. Viele Menschen haben aber Ängste und auch Halbwissen, wenn es um das Thema geht. Mit unserer Aufklärungsarbeit können wir diese abbauen und sowohl die Transplantationsbeauftragten, die Kolleginnen und Kollegen auf den Stationen als auch die Angehörigen unterstützen. Langfristig sorgen wir damit hoffentlich dafür, dass mehr Betroffene ein passendes Spenderorgan bekommen.“

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