(Foto: Sebastian Patzel)

Korschenbroich. „Wir waren im Vorfeld etwas unsicher und sehr neugierig, aber das Experiment ist richtig geglückt: Funino ist für den Kleinkindfußball in der Halle eine tolle Spielform“, sagte Glehns neuer Jugendleiter Sebastian Patzel, dessen ausrichtender SV beim Hallenturnierwochenende erstmals diesen neuen Modus bei den Bambinis und Minis testete. Bei dieser Spielart wird auf einer geteilten Hallenfläche mit vier Spielern ohne Torwart und auf vier Kleintore gespielt. Das Resultat: Viele Ballkontakte für die Kinder, viele Tore und begeisterte Zuschauer auf den Rängen.

Dass der Kinderfußball dringend eine Reform benötigt, war den Verantwortlichen des SVG schon seit längerer Zeit bewusst. Durch die in diesem Jahr ausgefallenen Stadtmeisterschaften in Korschenbroich bot sich nun die Gelegenheit, neue Wege zu beschreiten: „Bambini-Fußball in der Halle war bislang eher eine Leichtathletik-Veranstaltung, wo 10 Kinder im Rudel dem Ball hinterhergejagt sind und Tore wie Torraumszenen überhaupt Mangelware blieben“, so Patzel. „Aber viel schlimmer war, dass häufig ein bis zwei Kinder pro Team dabei waren, die überhaupt keine einzige Ballberührung im Spiel hatten“, schildert der Glehner Jugendleiter die bisherigen Missstände. Durch das zwangsweise rotierende Wechseln nach jedem Torerfolg auf beiden Seiten wird zudem gewährleistet, dass sich nicht immer nur die stärksten Spieler auf dem Feld befinden.

So blickten die Zuschauer nach drei Stunden eines Fußballfestes in der am Sonntagmorgen proppenvollen Halle an der Kleinenbroicher Realschule in viele leuchtende Augen der Kinder, die im Anschluss allesamt mit einer Medaille für die gezeigten Leistungen belohnt wurden. Gleiches galt für die acht F-Jugend-Mannschaften, die beim Treff tags zuvor im klassischen Hallenfußball mit tollen Leistungen aufwarteten.

Turniersieger wurden am Wochenende aber auch ermittelt: Bei den U11-Mädchen siegte die SVG Weißenberg mit drei Siegen aus den drei Spielen ebenso unangefochten wie die Girls von Borussia Mönchengladbach in der Altersklasse U13, die bei 16 eigenen geschossenen Toren keinen Gegentreffer zuließen und mit dem sprungreduzierten Futsal-Ball das eine oder andere Kabinettstückchen auf das Parkett zauberten. Am Sonntagnachmittag verhalf das traditionell in Glehn gespielte „Schweizer Spielsystem“ dann zu einem überaus spannenden Turnierverlauf bei der E-Jugend: Bis zur allerletzten Partie hatten noch drei Teams die Chancen auf den Gesamtsieg, den sich dann der jüngere Jahrgang des SV Glehn aufgrund nur einer um einen Treffer besseren Tordifferenz sicherte.

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