Der Sarg des verstorbenen Richard Schulte Staade wurde im Altarraum aufgebahrt (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)

Kevelaer. Ehemaliger Wallfahrtsrektor starb am 13. Januar

„Ihr müsst die Jugend zur Muttergottes führen und das Unsichtbare sichtbar machen“ – dies war der letzte Wunsch, den Prälat Richard Schulte Staade kurz vor seinem Tod an Wallfahrtsrektor Gregor Kauling richtete. Schulte Staade, der von 1974 bis 2006 als Rektor die Wallfahrt wesentlich geprägt hatte, starb am 13. Januar. Am Tag seiner Beisetzung wäre er 88 Jahre alte geworden.

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn erinnerte in seiner Predigt an das Wirken Schulte Staades. „An vielen Stellen kann man hier am Kapellenplatz vier Worte finden, die unter Richard Schulte Staade angebracht wurden und die auch in seiner Todesanzeige stehen, nämlich ,Mater dei memento mei‘“, sagte er. Übersetzt bedeuten sie „Mutter Gottes, gedenke meiner“. Maria sei die Mitte seines Lebens gewesen, sagte der Weihbischof über den Verstorbenen. Das Gedenken der Gottesmutter sei mehr als nur eine flüchtige Erinnerung, vielmehr trage Maria die Menschen im Herzen und bringe die Anliegen vor Gott. „Darauf können wir vertrauen“, betonte Zekorn.

In Anlehnung an den letzten Wunsch des Verstorbenen erläuterte der Weihbischof: „Er hat viele junge Menschen begleitet und ihnen geholfen, ihre Berufung und ihren Lebensweg zu finden.“ Ebenso sei es ihm ein wichtiges Anliegen gewesen, „das Unsichtbare sichtbar zu machen.“ Schulte Staade habe in Kevelaer Einfluss auf die Liturgie und die Kirchenbauten genommen, immer mit dem Ziel, „dass die geheimnisvolle Gegenwart des unsichtbaren Gottes ein wenig sichtbarer wird“, wie Zekorn sagte. Nun dürfe Schulte Staade dem unsichtbaren Gott unmittelbar begegnen.

Zekorn erinnerte an die weltkirchliche Verbundenheit und die Verdienste um die Ökumene, die freundschaftlichen Verbindungen in die Benelux-Länder, die Schulte Staades Wirken als Wallfahrtsrektor prägten. Und an den Besuch von Mutter Theresa und des damaligen Papstes Johannes Paul II., die zur Schule Staades Zeit zum Gnadenbild pilgerten.

Und so wurde nach dem feierlichen Gottesdienst, an dem mehr als 50 Bischöfe, Priester und Diakone teilnahmen, der Sarg durch das Papstportal aus der Basilika getragen. Es zeigt Johannes Paul II., wie er vor dem Gnadenbild kniet. Vor dem Gnadenbild hielt der Trauerzug für ein Gebet inne, bevor zahlreiche Gäste den ehemaligen Wallfahrtsrektor und Ehrenbürger der Stadt Kevelaer auf seinem letzten Weg zum Friedhof an der Römerstraße begleiteten.

Info

Der auf einem Bauernhof in Lüdinghausen aufgewachsene Schulte Staade hatte zunächst eine landwirtschaftliche Berufslaufbahn eingeschlagen, nahm jedoch im Alter von 25 Jahren das Studium der Theologie und der Kunstgeschichte auf. 1963 wurde er zum Priester geweiht und acht Jahre später zum Domvikar in Münster ernannt. 1971 übernahm er im Bischöflichen Generalvikariat unter anderem die Leitung der Erwachsenen- und der Familienseelsorge. 1974 folgte die Ernennung zum Wallfahrtsrektor in Kevelaer und Pastor von St. Marien. Bis zu seiner Ablösung im Februar 2006 durch den heutigen Weihbischof Dr. Stefan Zekorn prägte er das Bild des Marienwallfahrtsortes rund um das Gnadenbild entscheidend. So fallen in seine Amtszeit zahlreiche Baumaßnahmen wie zum Beispiel das Forum Pax Christi. Durch die Errichtung der orthodoxen St.-Johannes-Kapelle baute Schulte Staade die Verbindungen zur Ostkirche auf.

Für seine Verdienste erhielt der nun Verstorbene zahlreiche Ehrentitel. 1982 wurde er Ehrendomkapitular in Münster, 1992 Ehrendomkapitular an der Kathedralkirche in Luxemburg und im selben Jahr päpstlicher Ehrenprälat. Zudem war er Ehrendomherr in den Bistümern Roermond (Niederlande) und Presov (Slowakei). Die Stadt Kevelaer ernannte Schulte Staade 2002 zum Ehrenbürger.

Zu den Höhepunkten seiner Zeit in Kevelaer zählt der Besuch des damaligen Papstes Johannes Paul II. im Mai 1987, ebenso der Besuch von Mutter Teresa im September desselben Jahres.

Nach dem feierlichen Gottesdienst führte der Trauerzug vorbei an der Gnadenkapelle über die Hauptstraße zum Kevelaerer Friedhof. (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)
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