(Foto: Büro Zimkeit)

Dinslaken/Moers/Kamp-Lintfort. Auch die Beschäftigten von Real Dinslaken haben gestern gestreikt und an einer Großkundgebung der Gewerkschaft Verdi in Düsseldorf teilgenommen, um für die Sicherung ihrer Arbeitsplätze und einen Tarifvertrag zu demonstrieren. „Wir haben die Arbeit niedergelegt, um gegen die Tarifflucht des Unternehmens zu protestieren und für die Anerkennung der Tarifverträge des Einzelhandels zu streiken“, sagte Susanne Meister, Mitglied der Verdi-Tarifkommission aus Dinslaken. Sie erläuterte Stefan Zimkeit MdL (SPD) die schwierige Situation der Beschäftigten, die wegen der Übernahme der Real-Märkte um ihre Arbeitsplätze fürchten. Der Dinslakener Landtagsabgeordnete hatte an der Kundgebung vor der Metro-Zentrale teilgenommen.

„Die Verkäuferinnen und Verkäufer brauchen gerade jetzt den Schutz eines Tarifvertrages“, sagte Stefan Zimkeit. Er forderte, dass der Real-Standort und die Arbeitsplätze auch in Dinslaken erhalten bleiben. „Die Metro und die künftigen Besitzer der Supermärkte haben eine soziale Verantwortung.“ Susanne Meister und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter forderten vor der Hauptversammlung des Metro-Konzerns, die Interessen der Beschäftigten nicht den Profitinteressen der Aktionäre zu opfern. Viele Beschäftigte hätten Angst vor betriebsbedingten Kündigungen, denn auch durch Übernahme durch einen anderen Arbeitgeber ist das nicht ausgeschlossen.

Zimkeit verfolgt mit großer Sorge, dass immer Einzelhändler sich den mit Verdi ausgehandelten Tarifverträgen entziehen. „Es darf kein Geschäftsmodell geben, dass auf den Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird“, stellte er sich auf die Seite der Kolleginnen und Kollegen, die mit großen Zukunftsängsten vor der Metro-Zentrale demonstrieren.

Schneider und Yetim für Anerkennung von Tarifverträgen

Die SPD-Landtagsabgeordneten René Schneider aus Kamp-Lintfort und Ibrahim Yetim aus Moers unterstützen die Proteste der real-Beschäftigten. Durch den geplanten Verkauf des Unternehmens und die fehlende Tarifbindung sind 34.000 Beschäftigte in ihrer Existenz bedroht. Zuletzt wurden die Beschäftigten von der real-SB-Warenhaus GmbH in die Metro Service GmbH, dann Real GmbH, überführt. Dies führte bereits zu deutlich niedrigeren Löhnen, Kürzungen des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes und die Abschaffung des Spätarbeiterzuschlages.

Durch die neuen Entwicklungen stehen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nun vor einer ungewissen Zukunft. Schneider und Yetim kritisieren die fehlende Tarifbindung: „34.000 Menschen leiden unter dem Lohndumping. Für die Beschäftigten im Einzelhandel ist eine klare Haltung für die Anerkennung von Tarifverträgen notwendig!“, so die beiden SPD-Politiker.

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