(Foto: privat)
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Wesel. Stadtwerke unterstützen landwirtschaftliche Beratung. Es geht um gewässerschonende Düngung. Ziele sind sauberes Grundwasser und die größtmögliche Wasserqualität.

Der Kreis Wesel ist durch eine landwirtschaftliche Nutzung geprägt. Die Stadtwerke Wesel, die Kunden in großen Teilen der Stadt Wesel mit dem lebensspendenden Nass beliefern, haben ein waches Auge auf die Wasserqualität und setzen auf enge Kooperation mit den Landwirten. Dazu braucht es einen vertraglichen Rahmen, der den Einsatz von Düngemitteln und die gewässerschonende Landwirtschaft zum Thema hat. In diesem Jahr wurde deshalb der „Vertrag über landwirtschaftliche Beratung“ zwischen sieben niederrheinischen Wasserlieferanten, darunter die Stadtwerke Wesel, und der Landwirtschaftskammer NRW verlängert.

Konkret heißt das, die beteiligten Wasserwerke finanzieren zusätzliche landwirtschaftliche Berater für Landwirte in den örtlichen Kooperationsgebieten und fördern diverse Maßnahmen. Diese Spezialberater sind bei der Kreisstelle Kleve/Wesel der Landwirtschaftskammer angesiedelt. Mit ihrer Hilfe werden die Landwirte unterstützt bei der Verringerung von Nährstoffeinträgen, von Pflanzenschutzmitteln oder sonstiger, die Wasserqualität negativ beeinflussender Stoffe. Sie beraten bei der Fruchtfolge, bei Folgen der Güllelagerung und beim Ausgleich wirtschaftlicher Interessen.

Das ist keine neue Erfindung, denn die freiwillige Kooperation besteht seit 1993, funktioniert sehr gut und wurde immer wieder den Gegebenheiten entsprechend modernisiert – in guter Partnerschaft. „Eine sehr sinnvolle Sache, die uns hilft, die Wasserqualität auf hohem Niveau zu halten. Die Zusammenarbeit ist nachhaltig positiv“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Hegmann.

Es geht unter anderem darum, die Nitratwerte im Grundwasser unter dem Grenzwert von 50 mg zu halten. Aktuell liegen die Werte in Wesel bei ca. 25 mg/Liter und somit deutlich unter dem Grenzwert. Insgesamt hat man eine Vielzahl von Schadstoffen im Blick, wie z. B. Pflanzenschutzmittelrückstände. Maßnahmen dazu sind u. a. die Untersuchung auf den Stickstoffgehalt im Boden im Frühjahr und Herbst, jeweils auf festgelegten Flächen. Einmal jährlich werden Gülleuntersuchungen durchgeführt und die Landwirte werden bei der Verbesserung der Ausbringungsstrategie von Gülle unterstützt. Dazu passt die Förderung gewässerschonender Technologien. „Die gemessenen Werte gehen langsam, aber sicher runter. Durch die Maßnahmen geht die Belastung sukzessive in die richtige Richtung – und das seit 25 Jahren“, weiß Henning Wagner, Technischer Leiter der Stadtwerke Wesel.

Das hat nicht nur mit Geduld zu tun, sondern vor allem mit der passenden vertraglichen Gestaltung und einem zielgenauen Maßnahmenpaket. Daran arbeiten die Stadtwerke Wesel kontinuierlich und werden so ihrer Verantwortung für Wesel gerecht. Die Vertragsverlängerung war deshalb ein wichtiges Zeichen für das Weseler Wasserschutzgebiet in Flüren, Diersfordt und Blumenkamp. Doch Unwägbarkeiten bleiben, etwa das Klima. So hat der Dürresommer 2018 und 2019 dafür gesorgt, dass Stickstoff unverbraucht im Boden geblieben ist. Dadurch war insgesamt weniger Nachdüngung nötig. „Die Beratung wirkt, die Landwirte haben entsprechend gehandelt“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Hegmann.

Fakten:
Die Beratungskräfte sind arbeitsrechtlich und operativ der Landwirtschaftskammer zugeordnet. Sie werden von den beteiligten Wasserwerken finanziert.

Die Beratungskooperation umfasst maximal drei Berater, das sind 2,5 Stellen. Der verlängerte Vertrag tritt im Januar 2020 in Kraft, er endet am 31. Dezember 2024.

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