(Foto: privat)
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Essen/Mülheim. Greenpeace-Mitgründerin und frühere Umweltministerin Monika Griefahn besucht in der Frage des umstrittenen Gewerbeprojekts im Winkhauser Tal die Schönebecker Umweltinitiative aus Essen-Borbeck

Bekanntlich plant die Mülheimer Wirtschaftsförderung für den so genannten Regionalen Grünzug B mit dem städteübergreifende Winkhauser Tal umfangreiche Gewerbeansiedlungen. Dieser Regionale Grünzug durchzieht das Ruhrgebiet von Norden nach Süden und berührt dabei die Städte Bottrop, Oberhausen, Mülheim und Essen. Insgesamt 46 Hektar Grün allein für das Winkhauser Tal zwischen Mülheim-Winkhausen und Essen-Borbeck sollen einer gewerblich-industriellen Nutzung weichen.

Vor 100 Jahren wurde der heutige Regionalverband Ruhr (RVR) als Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk gegründet und schützt seitdem planerisch den Regionalen Grünzug.  Inzwischen hat die kontrovers geführte Diskussion die parlamentarischen Gremien in den Anrainerstädten Mülheim und Essen erreicht.

Die Bezirksvertretung Borbeck – lokales Parlament des mit 80.000 Einwohnern größten Essener Stadtbezirks – sprach sich gegen die Gewerbepläne aus. Der Wirtschaftsausschuss des Rates der Stadt Mülheim plädiert dagegen für Gewerbe und möchte seine Haltung auf eine gutachterliche Stellungnahme stellen.

Eine Entscheidung soll erst nach Vorliegen einer Analyse erfolgen, die auch die Anliegen des Umweltschutzes gebührend berücksichtigt. Mit der Expertise ist das Planungsamt Mülheims beauftragt worden. Die Arbeit wird längere Zeit in Anspruch nehmen.

Diese Zeit möchte die Schönebecker Umweltinitiative in Essen-Borbeck („Rettet die Schönebecker Grünflächen“) nutzen, um Mülheimer Entscheidungsträger von ihrer Haltung pro Grün zu überzeugen. Das geschah inzwischen auf einer von den Mülheimer Grünen durchgeführten Bürgerversammlung.

Jetzt fand jetzt eine Ortsbegehung mit der SPD statt. Dr. Monika Griefahn, Mitgründerin der internationalen Umweltorganisation „Greenpeace“ und niedersächsische Umweltministerin im Kabinett unter Gerhard Schröder, ist nämlich auch Oberbürgermeister-Kandidatin der Mülheimer Sozialdemokraten.

Bei einer Ortsbegehung durch das Winkhauser Tal machten Wolfgang Sykorra und Bernd Quildies von der Initiative „Rettet die Schönebecker Grünflächen“ unmissverständlich klar, dass eine Gewerbebebauung im Winkhauser Tal nicht in Frage kommen kann.

Monika Griefahn nahm die Schönebecker Argumente aufmerksam zur Kenntnis, warb aber um Verständnis dafür, dass sie sich ein persönliches und verlässliches Gesamturteil erst nach Vorliegen der in Auftrag gegebenen Expertise bilden wolle.

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