Oberbürgermeister Frank Meyer (Foto: Fotostudio Kaufels)
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Krefeld. Ein offener Brief von Oberbürgermeister Frank Meyer zur aktuellen Situation in Sachen Coronavirus

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wir erleben gerade beunruhigende Zeiten. Die Bedrohung durch das Corona-Virus und die daraus resultierenden Einschränkungen unseres Alltags sorgen bei vielen Menschen für Verunsicherung und Angst.

Hinzu kommen praktische Herausforderungen, die unseren Alltag betreffen, z.B. die Betreuung von Kindern oder die Pflege von älteren Menschen. Viele Selbständige, Handwerker und Mittelständler, aber auch größere Unternehmen haben durch die Folgen der Krise wirtschaftliche Sorgen und stehen vor einer ungewissen Zukunft.

Diese Gedanken und Gefühle sind absolut nachvollziehbar, weil die derzeitige Situation für unser Land tatsächlich beispiellos ist. Umso wichtiger erscheinen mir drei wesentliche Grundsätze, die für unser Zusammenleben in diesen Zeiten gelten sollten.

Erstens: Besonnenheit bewahren. Die inzwischen eingeübten Verhaltensregeln wie Händewaschen und Abstandswahrung sind absolut sinnvoll, aber für Panikreaktionen wie Hamsterkäufe besteht keinerlei Anlass. Im Gegenteil: Ein solches Verhalten kann dazu beitragen, die Auswirkungen der Krise zu verschärfen. Auch die Verbreitung von Falschmeldungen oder ungeprüften Informationen ist in Zeiten von Corona absolut unverantwortlich. Es gibt seriöse und verlässliche Quellen wie die städtische Homepage und unsere Krefelder Lokalmedien, die wir nutzen können und sollten.

Zweitens: Vertrauen fassen. Wie Bund und Länder arbeitet auch die Stadt Krefeld mit großer Effizienz und allen verfügbaren Kräften an der Bewältigung der Krise. Wir haben hier frühzeitig einen Expertenstab eingerichtet, der täglich zusammentrifft und alle erforderlichen Maßnahmen bespricht, umsetzt und kommuniziert. Dass dabei nicht vom ersten Tag an alles zu 100 Prozent funktioniert, ist der unbekannten Situation geschuldet, vor der wir alle stehen. Dafür kann ich nur um Verständnis werben. Wir lernen täglich dazu, und wir lernen schnell und nachhaltig. Sie können sich darauf verlassen, dass wir gut aufgestellt und auf denkbare Eventualitäten vorbereitet sind.

Drittens: Solidarität üben. Umso stärker die drohende Ausbreitung des Virus uns zwingt, soziale Kontakte zu meiden, umso mehr müssen wir andere Wege finden, uns gegenseitig zu helfen und zu unterstützen. Wir haben in Krefeld jetzt die Chance, unter extremen Bedingungen zu beweisen, dass in unserer Stadt die Starken für die Schwachen da sind, die Gesunden sich um die Kranken kümmern und niemand am Ende mit seinen Ängsten alleine bleiben muss. Erste Ansätze dieser Solidarität sind bereits in der Zivilgesellschaft sichtbar. Das macht mir Mut und stärkt meine Zuversicht.

Zum Schluss möchte ich mich schon heute bei all denen bedanken, deren Kompetenz, Umsicht und Handlungsfähigkeit in diesen Zeiten besonders gefragt ist. Das gilt für die niedergelassenen Ärzte, das medizinische Personal in Kliniken und Arztpraxen, für Pflege- und Rettungskräfte, für Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung und für alle, die daran mitwirken, die unverzichtbare Infrastruktur in allen Bereichen aufrecht zu erhalten. Dazu zählen auch die Angestellten der Lebensmittelgeschäfte, Drogerien und Apotheken und insgesamt alle, die weiter ihrer wichtigen Arbeit nachgehen, obwohl sie persönlich ebenfalls Sorge und Angst empfinden.

Wir werden diese schwierige Zeit gemeinsam durchstehen und danach möglicherweise auch etwas über uns selbst und unser Miteinander gelernt haben.

 

Ihr

Frank Meyer
Oberbürgermeister der Stadt Krefeld

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