Die Ordnungsamt-Mitarbeiter Martina Wiescholleck und Christian Heinen heute Nachmittag auf der La-Madeleine-Allee in Kaarst (Foto: privat)
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Rhein-Kreis Neuss. Der Landrat und Leiter der Kreispolizei Hans-Jürgen Petrauschke bietet den Kommunen Unterstützung seiner Kreispolizei bei der Eindämmung des Coronavirus an. Unter anderem werden die Bezirksdienstbeamten der Polizei zu gezielten Kontrollen eingesetzt.

Hans-Jürgen Petrauschke am Montag (23.03.2020): “Ich habe den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern heute angeboten, dass diese Polizistinnen und Polizisten gemeinsame oder konkret abgestimmte Streifen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kommunen durchführen. Bestehende Ordnungspartnerschaften werden so weiter gestärkt. Die Städte und Gemeinde sowie der Kreis stehen in dieser schwierigen Zeit zusammen und werden mögliche Verstöße gegen das sogenannte Kontaktverbot konsequent ahnden – zum Schutz der Menschen im Rhein-Kreis Neuss.”

Kaarst setzt Kontaktsperre konsequent durch

Kaarst. Die Vorgaben des Landes zur Einhaltung der weitgehenden Kontaktsperre sind eindeutig. Grundsätzlich sind Ansammlungen von mehr als zwei Personen nicht mehr erlaubt. Gastronomische Betriebe dürfen Getränke und Speisen nur noch außer Haus verkaufen. Spiel- und Bolzplätze sind bereits in der Vorwoche geschlossen worden. Binnen weniger Tage ist das Kaarster Alltagsleben auf fast null gefahren worden. Zwölf Mitarbeiter des personell aufgestockten Außendienstes im Kaarster Ordnungsamt sorgen dafür, dass dies vorerst auch so bleibt.

Martina Wiescholleck und Christian Heinen patrouillieren an diesem Montagnachmittag rund um den Stadtpark. Vereinzelte Spaziergänger, ein Pärchen am Ufer des Stadtsees, kleine Familien: Verstöße gegen die Kontaktsperre sehen anders aus. „Wir haben aber auch schon am Wochenende gesehen, dass die Gruppen weniger und kleiner werden. Der Ernst der Lage scheint sich langsam in den Köpfen festzusetzen. Bußgelder mussten wir noch keine verhängen“, sagt Wiescholleck.

Kreisweit haben sich die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister dazu heute auf einen einheitlichen Katalog verständigt. Zwischen 200 und 25.000 Euro werden fällig, wenn sich Bürger oder Gewerbetreibende nicht an die Regelungen halten. „Dies werden wir auch konsequent durchziehen“, sagt Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus. Zu lange wären die Warnungen und Mahnungen ungehört geblieben. „Die Infektionsraten lassen keine andere Entscheidung zu, als die Kontakte unter Zwang auf ein Minimum zu beschränken. Wir werden als Stadt sehr genau hinschauen und bei Verstößen nicht mit uns diskutieren lassen“, sagt Nienhaus.

Während die Kaarster Bürger am Montagnachmittag offenbar den Ernst der Lage verstanden haben, gibt es bei einigen Kaarster Unternehmern noch Steuerungsbedarf. „Ich kann verstehen, dass die Sorge um die wirtschaftliche Existenz erfinderisch macht. Aber wir können keine Ausnahmen akzeptieren und werden auch im Gewerbe auf die Einhaltung der Regelungen dringen“, sagt Nienhaus.


Info

Eine Übersicht der geltenden Regeln aus der erweiterten Kontaktsperre und den vorhergehenden Erlassen finden Sie auf unserer Internetseite www.kaarst.de. Die Bußgelder beziehen sich auf die Paragraphen der Rechtsverordnung des Landes.

§ 12
beim 1. Verstoß 200 bis 500 Euro
beim 2. Verstoß 500 bis 1.000,– Euro

§ 5 u. 9
beim 1. Verstoß 500 bis 1.000 Euro
beim 2. Verstoß 1.000 bis 25.000 Euro.

§ 12 regelt Ansammlungen und den Aufenthalt im öffentlichen Raum. §5 regelt den Handel und §9 die Gastronomie.


 

Coronavirus: So lief Tag eins des neuen Kontaktverbots in Dormagen

Dormagen. Um Mitternacht ist das neue Kontaktverbot der nordrhein-westfälischen Landesregierung in Kraft getreten. In Dormagen wird die Einhaltung der neuen Regeln vor allem vom städtischen Ordnungsdienst überwacht. Zuwiderhandlungen können mit einem Ordnungsgeld von 200 bis 25.000 Euro geahndet werden. „Die ersten Rückmeldungen zeigen aber, dass es ganz gut klappt“, resümiert Bürgermeister Erik Lierenfeld die ersten Stunden.

„Es macht mir Hoffnung, dass die überwältigende Mehrheit der Bürger offenbar verstanden hat, dass wir das Ansteckungsrisiko am wirksamsten minimieren, wenn wir auf enge und unmittelbare soziale Kontakte verzichten“, so Lierenfeld weiter. Aktuell ist im Rhein-Kreis Neuss bei 179 Personen eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. In Dormagen gibt es 33 bestätigte Infektionsfälle.

Zahlreiche Gespräche führten die Ordnungsamtsmitarbeiter auch mit Einzelhändlern. Bei Vor-Ort-Besuchen wurden offene Fragen geklärt. Einige Märkte stellen die Wahrung des vorgeschriebenen zehn Quadratmeter großen „Sektors“ pro Kunde in den Märkten durch weniger Einkaufswagen sicher. „Die Bereitschaft, sich in dieser Situation nach immer neuen Vorschriften zu richten, ist erfreulicherweise sehr groß“, sagt Bürgermeister Lierenfeld: „Allen ist bewusst, dass es einer gemeinsamen Anstrengung bedarf, um diese Krise zu meistern.“

Weiterhin möglich bleibt ein Spaziergang an der frischen Luft. „Das ist gerade jetzt wichtig. Aber egal ob eine Runde Joggen um die Felder oder Yoga im Freien – wer draußen Sport treiben möchte, sollte das bitte alleine machen“, erklärt Erik Lierenfeld. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur allein, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet. Auch draußen ist, wo immer möglich, zu anderen Personen ein Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten.

Auch wer aktuell umzieht, sollte die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln nach Möglichkeit beachten. Zudem können natürlich weiterhin Umzugsunternehmen beauftragt werden. Zahlreiche Fragen haben die Stadt auch zum Thema Friedhöfe erreicht: Diese dürfen weiter besucht werden, jedoch nur mit maximal einer weiteren Person oder Personen aus dem gleichen Haushalt. Ein wichtiger Hinweis: Die öffentlichen Toiletten auf den Friedhöfen sind aufgrund der Infektionsgefahr geschlossen.

Wegen der stark zurückgegangenen Fahrgastzahlen hat die Stadtbus GmbH ihren Fahrplan angepasst. Ab dem heutigen Montag, 23. März, fahren die Linien WE1 und WE2 montags bis samstags ab 6 bis 20 Uhr im 60-Minuten-Takt. Sonn- und feiertags bleibt es bei den regulären Zeiten laut Fahrplan.

Bürgermeister Erik Lierenfeld beantwortet am Dienstag, 24. März, um 17 Uhr wieder live auf Facebook die Fragen der Bürgerinnen und Bürger zu den Auswirkungen der Coronakrise auf Dormagen.

Alle Bürgerinnen und Bürger können sich mit ihren Fragen, Sorgen und Nöten telefonisch unter 02133 257 555 an die Bürger-Hotline der Stadt wenden. Die Hotline ist täglich von 8 bis 18 Uhr besetzt. Auch Menschen, die aufgrund ihres Alters oder sonstiger Gebrechen ihr Haus nicht verlassen können oder Hilfe benötigen, können sich dort melden.

Alle aktuellen Informationen zum Thema Coronavirus gibt es im Internet unter www.dormagen.de/coronavirus.

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