Die ENNI saniert derzeit den Regenwasserkanal in der Dorsterfeldstraße in Kapellen. Dank des Inlinerverfahrens geschieht dies ohne Tiefbau (Foto: privat)
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Moers. ENNI erneuert Regenwasserkanal in Moers-Kapellen

Eine Kanalsanierung bedeutet immer eine große Einschränkung für den Verkehr? Die ENNI Stadt & Service (ENNI) beweist aktuell in Moers-Kapellen, dass es auch anders geht. Noch bis voraussichtlich Anfang Mai erneuert sie in Zusammenarbeit mit einer Fachfirma die Regenwasserkanäle in der Dorsterfeldstraße zwischen Krefelder Straße und Kurt-Tucholsky-Straße – ganz ohne Erdarbeiten im so genannten Inliner-Verfahren. „Den größten Vorteil davon spüren die Anwohner“, erklärt ENNI-Mitarbeiter Frank Vasen, der die Baustelle überwacht. „Statt einer monatelangen Straßensperrung sind lediglich an den Einstiegsschächten, von denen aus wir arbeiten, Halteverbotsschilder aufgestellt. Der Verkehr kann nahezu unbehindert weiterfließen.“ Und das, obwohl die Arbeiten an dem rund 340 Meter langen Abschnitt in vollem Gange sind.

Beim Inliner-Verfahren bereiten die Monteure zunächst per Robotertechnik die Innenwände im bestehenden Kanal vor. Als Zugang dient einer der Schächte, die sich unter den Kanaldeckeln in der Straße verbergen. Im zweiten Schritt ziehen sie einen harzgetränkten Schlauch aus Glasfasergewebe ein, der im Durchmesser dem Kanal entspricht. Der Schlauch wird aufgeblasen und mithilfe von UV-Licht ausgehärtet. Dabei verzahnt sich seine Außenseite mit den Kanalwänden. Dann fräsen die Arbeiter mit einem Kanalroboter die Anschlüsse zu den anliegenden Häusern auf, binden sie an den neuen Kanal an und dichten den Übergang ab.

Die ENNI untersucht turnusmäßig den Zustand aller öffentlichen Kanäle in Moers per Kamerabefahrung und will das Inliner-Verfahren in Zukunft vermehrt einsetzen. „Es ist schneller, günstiger und weniger aufwändig als die konventionelle Vorgehensweise“, erklärt Diane Schiffer, bei der ENNI Abteilungsleiterin für Straßen- und Kanalplanung. Allerdings eignet sich das Verfahren nur für Kanäle, in denen sich bei der Kamerauntersuchung lediglich geringe Schäden wie Risse zeigen. Darüber hinaus darf nicht die Notwendigkeit bestehen, das Fassungsvermögen des Kanals zu vergrößern. Auch wenn sich durch Bergsenkungen oder Ähnliches ein Gegengefälle gebildet hat, müssen Tiefbauer wie bisher die Straße aufgraben. „Allerdings lassen sich auch hier in vielen Fällen Inliner-Verfahren und konventionelle Bauweise kombinieren, um die Erdbauarbeiten und somit die Beeinträchtigung für die Bürger so gering wie möglich zu halten“, so Schiffer.

Fragen zu der Maßnahme beantwortet die ENNI an ihrem Baustellentelefon unter der Rufnummer 02841/104-600.

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