Die Steine können mit eigenen Motiven, Mandalas oder Sprüchen versehen werden und dann in den Park der LVR-Klinik „ausgelegt“ werden. Viel Spaß dabei! (Foto: LVR)
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Bedburg-Hau. „Glücksbringer“ sind in der Geschlechtermulde zu finden

Die Idee zu den „fröhlichen Steinen“ kommt ursprünglich aus Amerika und findet auch in Deutschland immer mehr Anhänger. Bemalte Steine, sogenannte „Happy Stones“, werden in der Natur ausgelegt und sollen die Finder erfreuen und ihnen Glück bringen. Wer möchte kann seinen gefundenen Stein eine Weile behalten und anschließend wieder an einem neuen Ort auslegen. Wenn man sich gar nicht von seinem Fundstück trennen möchte, „versteckt“ man im Gegenzug einfach einen neuen bemalten Stein an einem neuen Ort.

Jetzt wird auch in der LVR-Klinik Bedburg-Hau fleißig gemalt, denn die Kreativtherapie hat diese Aktion in ihr Therapieangebot integriert und stellt Patient*innen entsprechende „Happy-Stones-Malboxen“ zur Verfügung. „Darin befinden sich Steine in unterschiedlichen Formen und Größen zum Bemalen sowie Stifte und Farben, mit denen man die Steine kreativ gestalten kann. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt und natürlich kann man auch eigene Steine bemalen“, erläutert die Kunsttherapeutin Birgit Tüchthuisen. „Wir haben übrigens festgestellt, dass die Steine gleichermaßen Männer und Frauen sowie Kinder ansprechen, egal welchen Alters“, freut sie sich auf die Ergebnisse der Aktion.

„Dieses Angebot ermöglicht einen intensiven Zugang zur Natur und belebt das menschliche Grundbedürfnis nach Gestaltung. Besonders Menschen, die von einer psychischen Erkrankung betroffen sind, profitieren von diesem Angebot. Eine Erfahrung der Freude am künstlerischen Gestalten, die Entdeckung von kreativen Ressourcen und die Sinnherstellung im scheinbar Sinnlosen und Unverständlichen sind Ziele des Angebots“, erklärt der Pflegefachberater Joergen Grell.

„Psychiatrie“ wird häufig immer noch mit traurigen, düsteren und grauen Gedanken verbunden und ist nach wie vor mit vielen Tabus belegt. Dass hier aber nicht nur trübe Stimmung herrscht, sondern es ebenso schöne Momente gibt, gelacht wird und viele wichtige berührende Gefühle erlebt werden, – auch das sollen die kleinen Steine auf ihre ganz einfache Art zeigen.

Die Patientinnen und Patienten können so den weitläufigen Klinikpark neu entdecken und die sogenannte „Geschlechtermulde“ zur Ablage der bemalten Steine nutzen. Dieses historische Bodendenkmal trennte die Klinik in früheren Zeiten in einen Frauen- und Männerbereich und ist heute die Grenze für den Nord- und Südteil des Geländes. Diese beiden Bereiche werden so zu einem Ort des Entdeckens und Erlebens und verbindet in diesen Zeiten auf eine ganz neue Art“, ist sich Grell sicher.

„Für unsere Patientinnen und Patienten ist das Bemalen zudem eine wunderbare Beschäftigung. Schließlich sieht man schnell ein Erfolgserlebnis, unabhängig von den eigenen kreativen Fähigkeiten. Die Aussicht, dass sich noch eine weitere Person daran erfreut und vielleicht auch etwas mit der „Botschaft“ des eigenen Steines anfangen kann, erfüllt viele „Steineverwandler“ mit großer Vorfreude“, weiß Patric Driessen, Leiter der Kreativtherapie an der LVR-Klinik Bedburg-Hau aus Erfahrung.

Zudem hat sich gezeigt, dass auch das „Auslegen“ der fertigen Steine viel Freude bereitet und zu einem Spaziergang animiert.

Die „Happy Stones-Aktion“ ist in ganz Deutschland inzwischen zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung geworden und beschränkt sich nicht nur auf die Mitarbeitenden und Patient*innen der Klinik. Auch interessierte Bedburg-Hauer Bürger und Gäste können sich an diesem neuen Trend (durch die Ablage der Happy Stones in der Geschlechtermulde) beteiligen.

Man kann übrigens auch ein Foto seines „Fundes“ machen und an die Emailadresse: socialmedia-Klinik-BBH@lvr.de senden oder schriftlich an Maria Ebbers, Bahnstraße 8, 47551 Bedburg-Hau. Die bunten Steinfotos werden auf der Homepage und im Facebook veröffentlicht und bringen allen Betrachtern auf diese Weise erneut Freude, Kraft und Mut.

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