Skyline der Stadt Essen im Morgenlicht. Blick vom Rathaus Richtung Süden (Foto: © Peter Prengel, Stadt Essen)
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Essen. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Essen hat den Grundstücksmarktbericht 2020 veröffentlicht. Demnach steigen die Preise für Immobilien weiter. Gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser waren 2019 im Durchschnitt 13 Prozent teurer als im Vorjahr. Bei den gebrauchten Eigentumswohnungen betrug der Preisanstieg rund sechs Prozent.

Auch die Bodenrichtwerte 2020 sind seit dem 1. März 2020 im Informationssystem BORISplus.NRW verfügbar. Die Preise für unbebaute Grundstücke, auf denen Ein- und Zweifamilienhäuser errichtet werden können, sind moderat um drei Prozent gestiegen.

Grundstücksmarktbericht 2020

Im jährlich erscheinenden Grundstücksmarktbericht werden Umsatz- und Preisentwicklungen sowie zur Wertermittlung erforderliche Daten bezogen auf die verschiedenen Teilmärkte, wie Baugrundstücke, bebaute Grundstücke und Wohnungseigentum, veröffentlicht. Der jetzt vorliegende Grundstücksmarktbericht 2020 analysiert den Essener Immobilienmarkt des Jahres 2019.

Im Jahr 2019 wurden 4.519 Kauffälle durch den Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Essen registriert und ausgewertet. Gegenüber dem Vorjahr wurden somit circa 14 Prozent mehr Kaufverträge auf dem Essener Grundstücksmarkt abgeschlossen. Die Vertragszahlen liegen damit nur circa fünf Prozent unter dem Rekordniveau des Jahres 2014. Beim Geldumsatz wurde mit 1,92 Milliarden Euro nur knapp die zwei Milliarden Euro-Grenze verfehlt, die im Vorjahr erstmals überschritten wurde.

Unbebaute Baugrundstücke

Für die 104 veräußerten unbebauten Wohnbaugrundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 110.000 Quadratmetern wurden insgesamt 51 Millionen Euro erlöst. Die Preise für Grundstücke des individuellen Wohnungsbaus sind gegenüber dem Vorjahr um circa drei Prozent gestiegen. In einzelnen Lagen kann es hiervon auch abweichende Entwicklungen geben.

Typische baureife Grundstücke für Doppelhaushälften und Reihenendhäuser kosten in guter Lage rund 420 Euro/Quadratmeter, in mittlerer Lage 290 Euro/Quadratmeter und in mäßiger Lage 220 Euro/Quadratmeter. Für Baugrundstücke, auf denen Eigentumswohnungen errichtet werden sollen, lagen die Preise entsprechend bei 480 Euro/Quadratmeter, 360 Euro/Quadratmeter bzw. 220 Euro/Quadratmeter.

In 2019 wurden lediglich zwanzig Gewerbegrundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 140.000 Quadratmetern für insgesamt rund 27 Millionen Euro gehandelt.

Ein- und Zweifamilienhäuser

2019 wurden 838 Ein- und Zweifamilienhäuser verkauft. Das Kaufpreisvolumen betrug rund 307 Millionen Euro gegenüber rund 270 Millionen Euro im Vorjahr. Die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser (Weiterverkäufe) sind gegenüber dem Vorjahr um circa 13 Prozent gestiegen.

Mietwohngebäude

Die Zahl der veräußerten Mietwohngebäude ist um circa zehn Prozent gestiegen. 606 Objekte mit einem Geldumsatz von rund 439 Millionen Euro wurden 2019 gehandelt.

Eigentumswohnungen

2.451 Wohnungen mit einem Gesamtwert von 385 Millionen Euro wechselten in 2019 den Eigentümer. Damit stieg sowohl die Anzahl der Verkäufe als auch der Geldumsatz gegenüber dem Vorjahr um ca. 20 Prozent. Die Zahl der Verkäufe neu errichteter Eigentumswohnungen lag mit 226 Einheiten (91 Millionen Euro) unter dem Vorjahresniveau (258 Einheiten, 97 Millionen Euro).

Bei den Eigentumswohnungen in der Kategorie “Weiterverkäufe” ist im Jahr 2019 eine Preissteigerung gegenüber dem Vorjahr von circa sechs Prozent zu verzeichnen. Für neu errichtete Eigentumswohnungen zahlten die Käufer durchschnittlich circa 4.000 Euro/Quadratmeter-Wohnfläche und damit durchschnittlich circa. acht Prozent mehr als im Vorjahr.

Gewerbeobjekte

Insgesamt wurden 2019 130 bebaute Gewerbegrundstücke verkauft. Der Geldumsatz lag bei rund 644 Millionen Euro.

Bezugsquellen

Der aktuelle Grundstücksmarktbericht kann im Internet unter der Adresse www.boris.nrw.de kostenfrei abgerufen werden. Außerdem ist er bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses erhältlich. Die Gebühr für die Druckversion liegt bei 46 Euro.

Bodenrichtwerte 2020

Bodenrichtwerte sind Durchschnittswerte für den Wert des Bodens von unbebauten und bebauten Grundstücken. Die Bodenrichtwerte werden in Richtwertzonen abgebildet. 1.188 zonale Bodenrichtwerte spiegeln das Preisniveau von Grundstücken in Essen wider. Aktuell sind 812 Bodenrichtwerte für Wohnbaugrundstücke und 299 Bodenrichtwerte für Gewerbe- und gemischt genutzte Grundstücke definiert. Hinzu kommen 77 Bodenrichtwerte für land- und forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke.

Die höchsten Bodenrichtwerte für Wohnbaugrundstücke sind in den Stadtteilen Bredeney, Rüttenscheid und Kettwig vorzufinden. Der höchste Bodenrichtwert von 740 Euro/Quadratmeter Grundstücksfläche liegt im Stadtteil Bredeney.

Im Stadtteil Vogelheim liegt der niedrigste Bodenrichtwert für Wohnbauland im Essener Stadtgebiet mit einem Wert von 140 Euro/Quadratmeter direkt gefolgt von 160 Euro/Quadratmeter Grundstücksfläche im Stadtteil Karnap.

Zu BORISplus.NRW

Die beschlossenen Bodenrichtwerte zum Stichtag 1. Januar 2020 sind im Internet im Zentralen Informationssystem BORISplus.NRW verfügbar.

BORISplus.NRW ist das zentrale Informationssystem der Gutachterausschüsse und des Oberen Gutachterausschusses für Grundstückswerte über den Immobilienmarkt in Nordrhein-Westfalen. In dieses Informationssystem überträgt auch der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Essen die von ihm abgeleiteten Daten. Sämtliche Informationen in BORISplus.NRW stehen komplett kostenfrei zur Verfügung. So können beispielsweise für einzelne Bodenrichtwerte amtliche Auszüge in Form einer PDF-Datei erzeugt und anschließend ausgedruckt werden. In diesen Auszügen sind neben dem ausgewählten Bodenrichtwert auch Erläuterungen zum Bodenrichtwert, Kartendarstellungen der Bodenrichtwertzonen und die für die Essener Bodenrichtwertzonen geltenden Fachinformationen zur Ableitung und Verwendung der Bodenrichtwerte enthalten.

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