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Düsseldorf. Jahresbericht 2019 ist nun erschienen/Der Bericht thematisiert den Auf- und Umbruch in der Bibliothekswelt: Nachfrage nach digitalen Angeboten wächst weiter

Die Zukunft der Stadtbüchereien und ihrer Angebote ist zunehmend hybrid. Physische Medien werden durch E-Medien ergänzt oder teilweise ganz ersetzt. Sichtbare Indizien für den Umbruch sind die aktuellen Leistungszahlen: Weltweit konstatieren Bibliotheken leicht rückläufige physische Medienausleihen, so auch in Düsseldorf. Ungebrochen boomt hingegen die Nutzung der digitalen Dienstleistungen. In der Landeshauptstadt konnten die Stadtbüchereien 2019 einen Wachstum von 15 Prozent verzeichen. Dieser Auf- und Umbruch in der Bibliothekswelt wird auch im nun erschienenen Jahresbericht 2019 der Stadtbüchereien Düsseldorf thematisiert. Dieser wurde am heutigen Donnerstag, 30. April, dem Kulturausschuss vorgestellt.

“Die Digitalisierung gewinnt immer weiter an Bedeutung, dies zeigt nicht zuletzt die derzeitige Krise um den Coronavirus. Dank der ‘onlineBibliothek’ der Stadtbüchereien können die Kundinnen und Kunden trotz der momentanen Schließung das breite Angebot der Stadtbüchereien nutzen. Kurzfristig wurde sogar das Angebot für Abiturienten aufgestockt, sodass diese über ebooks weiterhin an Lernmaterialien für ihre Prüfungsvorbereitung kommen”, sagt Hans-Georg Lohe, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Düsseldorf.

1,3 Millionen Besucherinnen und Besucher
Die Zentralbibliothek und die 14 dezentralen Büchereistandorte zählten im vergangenen Jahr mehr als 1,3 Millionen Besucherinnen und Besucher. Über 10.000 Düsseldorferinnen und Düsseldorfer ließen sich erstmals eine Bibliothekskarte ausstellen und konnten als Neukunden begrüßt werden. “Dabei ist das Ausleihen von Büchern und anderer Medien nur einer – wenn auch wichtiger – von vielen Gründen, eine Bibliothek aufzusuchen“, weiß Dr. Norbert Kamp, Leiter der Stadtbüchereien Düsseldorf. Die Bibliothek als Ort gewinnt stetig an Bedeutung. Mit der einstimmigen Verabschiedung eines “Bibliotheksstärkungsgesetzes” im Oktober 2019 hat der Landtag des Landes Nordrhein-Westfalens diese Rolle von Öffentlichen Bibliotheken noch einmal unterstrichen. Sie tragen der Erfüllung eines “besonderen kulturellen und bildungsaffinen” Interesses großer Bevölkerungsteile Rechnung.

Vor allem zwei wichtige Aspekte für die Bibliothekskundinnen und -kunden stehen im Fokus des Jahresberichtes 2019 der Stadtbüchereien:
1. Die Bibliothek als Ort der kulturellen Teilhabe für Kinder und Erwachsene.
2. Längere Öffnungszeiten in der Zentralbibliothek – Auf dem Weg ins KAP1

Kulturelle Teilhabe für Kinder und Erwachsene
Öffentliche Bibliotheken sind heute Lernorte, Orte der Begegnung und Kommunikation, des Wissenstauschs, der Inspiration und der kulturellen Freizeitgestaltung. Im vergangenen Jahr fanden in den Büchereien Düsseldorf mehr als 600 Veranstaltungen statt, die sich an die verschiedensten Alters- und Interessengruppen richteten. Sie reichten vom “SommerLeseClub” oder Programmierworkshops der “makerkids” für die Jüngeren über Lesungen und Musikveranstaltungen bis hin zum internationalen Erzählcafé “Coffee & Cookies”. Dabei beschränken sich die Angebote nicht auf reines Konsumieren von Inhalten, vielmehr wächst die Zahl solcher Veranstaltungen, bei der sich Besucherinnen und Besucher im Sinne eines Dialogs selbst einbringen können. Die Reihen “Forum Hobby Schreiben” und der “Buch-Talk Ddorf” sind Beispiele hierfür.

Längere Öffnungszeiten in der Zentralbibliothek – Auf dem Weg ins KAP1
Eine moderne Bibliothek, die ihrem Auftrag als niederschwelliger öffentlicher Raum gerecht werden möchte, muss dabei vor allem zugänglich sein. Mit der Ausweitung der Öffnungszeiten der Zentralbibliothek am Bertha-von-Suttner-Platz um acht Stunden haben die Stadtbüchereien im Jahr 2019 einen wichtigen Schritt in die Zukunft getan. Seit dem 1. Juli öffnet die Bibliothek bereits eine Stunde früher, die Samstagsöffnungszeit wurde sogar verdoppelt. Die Erfahrungen der vergangenen Monate haben gezeigt, dass zusätzliche servicefreie Öffnungszeiten vom Publikum sehr gut angenommen werden. Diese positiven Erfahrungen werden in das Öffnungszeitenkonzept für unsere künftige neue Zentralbibliothek am Standort Konrad-Adenauer-Platz 1 einfließen. Mit finanzieller Förderung des Landes NRW konnte der humanoide Roboter Pepper angeschafft werden, der einfache und orientierende Fragen der Bibliothekskundinnen und -kunden im Bibliotheksfoyer der Zentralbibliothek beantworten kann. Er ermöglicht zudem für viele Menschen einen ersten Kontakt mit dem Thema Robotik. Seit November 2019 ist Pixi-Pepper permanent im Kundenservice im Einsatz. Es wird getestet, ob er das Bibliothekspersonal im Alltag entlasten und ein Ansprechpartner während der Öffnungszeiten ohne Bibliothekspersonal sein kann.

Wichtiges in Kürze:
Zahlen:
15 Standorte
16.900 Öffnungsstunden
675.762 Gesamtzahl physischer Medienbestand
1.300.249 Millionen Besucherinnen und Besucher
2.851.518 Millionen virtuelle Besuche
Über 10.000 Neuanmeldungen
4.693.466 Millionen Entleihungen

Bestleiher
Belletristik Erwachsene
1. Saša Stanišić: Herkunft
2. Sebastian Fitzek: Das Geschenk
3. Jussi Adler-Olsen: Opfer 2117. Der achte Fall für das Sonderdezernat Q

eBooks
1. Jussi Adler-Olsen: Verheißung
2. Jussi Adler-Olsen: Selfies
3. Charlotte Link: Die Betrogene

Kinder- und Jugendmedien
1. Ursula Poznanski: Erebos 2
2. Jeff Kinney: Gregs Tagebuch – Voll daneben!
3. Margit Auer: Die Schule der magischen Tiere

Sachbücher
1. Bas Kast: Der Ernährungskompass
2. Michelle Obama: Becoming
3. Harald Welzer: Alles könnte anders sein

Nonbooks
1. Bohemian Rhapsody DVD
2. Die Toten Hosen: Zuhause live : das Laune der Natour-Finale, Musik-CD
3. Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Apokryphen, Hörbuch

Der Jahresbericht ist auf der Homepage der Stadtbüchereien abrufbar unter: www.duesseldorf.de/stadtbuechereien/alles-ueber-uns/ueber-uns.html

Mit finanzieller Förderung des Landes NRW konnte der humanoide Roboter Pepper angeschafft werden, der einfache und orientierende Fragen der Bibliothekskundinnen und -kunden im Bibliotheksfoyer der Zentralbibliothek beantworten kann (Foto: © Stadtbüchereien Düsseldorf)
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