Die sieben Grundsätze des Roten Kreuzes sind auch Basis für die Arbeit der Rotkreuzler in Krefeld, erklärt Sabine Hilcker, Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbandes Krefeld (Foto: DRK Krefeld / Nadia Joppen)
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Krefeld. „Wir möchten an die Bedeutung dieses Tages erinnern und die Krefelder bitten, sich dafür in ihrem Denken und Tun einzusetzen: Am 8. Mai ist Weltrotkreuz- und Rothalbmondtag“ – darauf möchten Diether Thelen (Vorsitzender DRK Kreisverband Krefeld) und Sabine Hilcker (Geschäftsführerin DRK Kreisverband Krefeld) aufmerksam machen. Der 8. Mai gilt als „inoffizieller weltweiter Gedenktag“ – er ist der Geburtstag des Rotkreuzgründers Henry Dunant.

Seit 1922 gibt es die Ansätze, einen weltweiten Tag des Friedens zu begehen – seit 1948 ist dieser Tag mit dem Geburtstag Dunants verbunden. „Wir erinnern an diesem Tag an die sieben Grundsätze unserer Arbeit: Wir helfen unter den Forderungen der Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität“, erläutert Thelen.

Grundsatz ist es unterschiedslos Hilfe zu leisten – nur geleitet von dem Gedanken der Menschlichkeit. „Jeder braucht im Laufe seines Lebens einmal in irgendeiner Form Hilfe und hofft, diese von anderen zu erhalten – das sollte niemand vergessen“, betont Sabine Hilcker. Sie freut sich, dass die derzeitige Pandemie-Krise dazu geführt hat, dass die Bürger die „Mitmenschlichkeit“ wieder stärker zum Maßstab ihres Handelns machen: Die Berichte über die vielfältigen kleinen und großen Hilfen in Krefeld zeigen, wie sich dieser Gedanke in die Realität umsetzen lässt. Diese Hilfe sei sehr wichtig, so Sabine Hilcker, denn die Kontaktverbote führen etwa bei älteren Menschen zur Vereinsamung. Das sei in der Arbeit des DRK-Hausnotruf deutlich zu spüren. „Wir versuchen zu helfen: Unsere Mitarbeiter rufen die Menschen an; sie fragen, ob Hilfe gebraucht wird oder stehen auch einfach nur für ein Gespräch zur Verfügung.“

Aber auch andere Begriffe aus den sieben Grundsätzen gewinnen neue Bedeutungen: So ist die „Unparteilichkeit“ ein anderes Beispiel. Negativ gedacht: Das Virus gefährdet unterschiedslos jeden Menschen. Positiv gedacht: Hilfen und Unterstützung werden unterschiedslos und vielfältig organisiert und eine Vielzahl von Menschen bringen sich ein.

Die Krefelder Rotkreuzler möchten den 8. Mai 2020 zum Anlass nehmen, die sieben Rotkreuz-Grundsätze insgesamt noch einmal in das Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken. „Wir können alle hier vor Ort im Kleinen schon viel bewirken, wenn wir unser Handeln noch mehr an diesen Grundsätzen ausrichten“, so Hilcker. Das passe auch zur Geschichte der Stadt Krefeld, die etwa im 17. Jahrhundert ihre Unparteilichkeit bewiesen habe, indem sie die religiöse Gruppierung der Mennoniten in der Stadt aufgenommen habe. Auch aktuell werbe die Stadtgesellschaft für Offenheit und Toleranz – wie über die Beteiligung am „Roza Zaterdag“ oder an der Aktion „Sichere Häfen“, bei der sich NRW-Kommunen dafür ausgesprochen haben, minderjährige Bootsflüchtlinge aus griechischen Auffanglagern aufzunehmen.

„Wir wünschen uns, dass die in den vergangenen Wochen entstandene Solidarität sich langfristig im hoffentlich bald normalen Alltag fortsetzt“, so Thelen. Das DRK Krefeld hat 50 hauptamtliche Mitarbeiter und rund 180 ehrenamtlich aktive Mitglieder. Das DRK engagiert sich zum Beispiel in den Bereichen Sanitätsdienst und Wasserwacht sowie derzeit im Auftrag der Stadt im Corona-Diagnosezentrum oder in der sozialen Arbeit mit Senioren und Bedürftigen. Außerdem sind rund 50 Kinder im Jugendrotkreuz in der Ersten Hilfe und in sozialen Aktionen aktiv und in den Schulen 100 Schulsanitäter. Viele Aufgaben finanziert der Kreisverband über Spenden aus der Bürgerschaft oder über die Beiträge der Fördermitglieder.

Informationen zu den DRK-Grundsätzen gibt es auf www.drk.de – unter dem Suchbegriff „Grundsätze“.

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