Die Lockerung des Besuchsverbots stellt die Einrichtungen der St. Augustinus Gruppe vor Herausforderungen. Für jeden einzelnen Standort wurden angepasste Konzepte entwickelt, wie die Besuche vonstatten gehen können (Foto: © St. Augustinus Gruppe)

Neuss. Appell der Behindertenhilfe und Seniorenhilfe der St. Augustinus Gruppe

Das Datum ist symbolträchtig, die Idee der Politik ist durchaus nachvollziehbar: Ab Muttertag sind Besuche in Senioreneinrichtungen – wenn auch unter strengen Hygienevorgaben – wieder erlaubt. Einen Tag später können Angehörige auch wieder in den Einrichtungen der Behindertenhilfe besucht werden. Was sich die Menschen lange wünschten und was wunderbar klingt, stellt die Einrichtungen vor enorme Herausforderungen: „Wir befürchten einen Besucheransturm, der uns allergrößte Probleme bereiten kann“, sagt Wilfried Gaul-Canjé als Geschäftsführer der Behindertenhilfe der St. Augustinus Gruppe. „Bisher waren alle Beteiligten äußerst diszipliniert, und wir hatten die Corona-Pandemie weitestgehend im Griff. Das muss unbedingt so bleiben.“

Die Einrichtungen der St. Augustinus Gruppe haben auf jeden einzelnen Standort angepasste Konzepte entwickelt, wie die Besuche vonstatten gehen können. „Wir wünschen uns eine moderate Öffnung mit höchsten Sicherheitsstandards“, sagt Wilfried Gaul-Canjé. Das beginnt mit einer telefonischen Terminvereinbarung und dem Aufenthalt in besonders eingerichteten Besucherräumen. „Ohne Voranmeldung können wir keine Besuche gestatten“, ergänzt Evelyn Klasen, Geschäftsführerin der Seniorenhilfe der St. Augustinus Gruppe. Es gelten weiterhin die Abstandsregeln und die Pflicht, eine Mund-Nase-Maske zu tragen – auch im Freien! „Am besten sind Treffen an der frischen Luft zu organisieren, aber auch dort müssen sich Bewohner und Besucher unbedingt an die Regeln halten. Denn Senioren und Menschen mit Mehrfachbehinderung gehören mit Blick auf Corona bekanntermaßen zur sehr verletzlichen Bevölkerungsgruppe“, sagt Evelyn Klasen.

Die gesamte Situation der Öffnung für Besucher erfordert – aufgrund der Termin- und Raumkoordination, der Erarbeitung eines Besuchskonzepts, der Begleitung der Bewohner und der umfassenden Desinfektions- und Reinigungsmaßnahmen – von den Einrichtungsleitungen und dem Betreuungspersonal einen enormen Einsatz. Außerdem muss von den Besuchern ein Kurzscreenig auf Erkältungssymptome und Infizierten-Kontakte erstellt werden, und es ist ein Besucherregister zu führen. Wilfried Gaul-Canjé: „Wir hoffen dringend auf das Verständnis der Angehörigen und der uns anvertrauten Menschen. Aber wir dürfen jetzt nichts überstürzen, sondern müssen uns langsam wieder aneinander heranpirschen. Wenn uns das verantwortungsvoll gelingt, wird in absehbarer Zeit auch wieder inklusives Leben mitten in der Gesellschaft möglich sein.“

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