Künstler Michael Franke, Peter Boschheidgen (GMGV) und Thorsten Kamp (Stadt Moers, von links) mit einem Wachsmodell der Festungsanlage (Foto: Jürgen Stock)
Anzeige

Moers. Ein roter Punkt neben dem Moerser Schloss markiert die Stelle, an der einmal ein Bronzerelief der oranischen Befestigungsanlage stehen wird. Noch sind Schloss und Relief nur aus Wachs, doch Peter Boschheidgen, Vorsitzender des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins (GMGV) und Thorsten Kamp, Technischer Dezernent der Stadt Moers, sind zuversichtlich, dass bereits im September das Bronzemodell gegossen werden kann. Beide nutzten jetzt einen Besuch im Atelier des Erkelenzer Künstlers Michael Franke, um sich vom Fortgang der Arbeiten zu überzeugen.

„Die Zusammenarbeit mit Herrn Franke klappt ganz hervorragend und wir liegen im Zeitplan“, sagt Boschheidgen. Der GMGV hatte beschlossen, der Stadt anlässlich des 400-jährigen Jubiläums der vom niederländischen Baumeister Simon Stevin entworfenen Festung, ein Bronzemodell der Anlage zu schenken. „Auf diese Weise erhalten Besucher direkt im Eingangsbereich des Parks einen Überblick über die im Stadtbild immer noch zu erkennende Anlage“, sagt Kamp. Boschheidgen und Kamp nutzten den Besuch, um mit Franke noch kleinere Korrekturen und Modifikationen zu verabreden.

Nach Erteilung der Freigabe des nach einem 3-D-Scans erstellten Modells durch den Vereinsvorstand kann nun ein Negativ erstellt werden, in das die Bronze gegossen wird. Das Relief wird nach einem Modell erstellt, das auf einen Plan des Festungskommandanten Antoine de Sariac zurückgeht, der die Stadt vor der Schleifung der Festung durch Preußenkönig Friedrich II 1762 darstellt.

Wann das Modell aufgestellt werden kann, hängt vom Fortgang der Gestaltung des Schlossumfeldes zusammen. Erst wenn der neue Schlossvorplatz fertig ist, wird auch das Relief seinen endgültigen Platz im Park finden.

Vor 400 Jahren war das große Befestigungswerk, mit dem ab 1601 Moritz von Oranien als Herr der Grafschaft Moers Schloss, Alt- und Neustadt hatte umgeben lassen, vollendet worden. Die oranische Befestigungsanlage veränderte das äußere Erscheinungsbild der Stadt vollständig. Moers war seitdem eine frühneuzeitliche Festungsstadt. Die Festungswerke mit ihrem Wallsystem boten einerseits Schutz vor feindlichen Angriffen, aber auch vor Hochwasser.

Zuletzt hatte der GMGV anlässlich des Jubiläums ein Buch herausgegeben, in dem unter der Federführung von Margret Wensky fünf Autorinnen und Autoren unterschiedliche Aspekte der Festungsgeschichte beleuchten.

Beitrag drucken
Anzeigen