Die Abfüllung ihres Trinkwassers in Plastikflaschen haben die Stadtwerke Duisburg an einem ihrer Wasserwerke durchgeführt (Foto: Stadtwerke Duisburg AG)
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Duisburg. Stadtwerke Duisburg exportieren Trinkwasser per Lkw nach Frankreich

1,9 Millionen Wasserflaschen aus Plastik werden pro Stunde in Deutschland verbraucht. Jeden Tag. 1,1 Milliarden Liter Wasser – zumeist abgefüllt in Einweg-Plastikflaschen wurden allein 2019 nach Deutschland importiert. Ein ökologisches Problem, das überall auf der Welt zu gigantischen Müllbergen und irreparablen Umweltschäden führt. Völlig unnötig, wie die Stadtwerke Duisburg AG in einem eindrucksvollen Film zeigt, der pünktlich zum Weltumwelttag am 5. Juni online zu sehen ist.

Denn in Duisburg und in ganz Deutschland ist die Versorgung mit hochwertigem Trinkwasser gesichert. Es zählt zu den in Deutschland meist getesteten Lebensmitteln überhaupt. In Duisburg werden hierfür Jahr für Jahr mehr als 8.000 Proben im Labor untersucht. Der Transport von riesigen Mengen Wasser quer durch Europa, abgefüllt in Einweg-Plastikflaschen, ist überflüssig und umweltschädlich.

Die Stadtwerke Duisburg haben in einer einmaligen Aktion den Spieß jetzt umgedreht und ihr eigenes vermeintliches Markenwasser kreiert. Eigens für die Produktion des pointierten Films haben sie ein eigenes Logo und den Werbespruch „Für diesen Geschmack lohnt sich jeder Kilometer“ entwickelt. Abgefüllt in Plastikflaschen wurde dafür tatsächlich normales Duisburger Trinkwasser, gewonnen in den beiden Wasserwerken des Unternehmens. Mit dem Lkw ging es dann bis ins mehr als 750 Kilometer entfernte Évian-les-Bains in Frankreich. Über Nacht wurde in einem Ladenlokal in der Innenstadt ein Verkaufsraum aus dem Boden gestampft, um den verdutzten Bewohnern der französischen 9.000-Einwohner-Gemeinde ein ihnen bis dahin gänzlich unbekanntes neues Wasser anzubieten und geschmacklich testen zu lassen. Und tatsächlich: Hier in Évian, wo Wasser quasi Teil der Stadtgeschichte ist, schmeckte den Menschen das Duisburger Leitungswasser ausgezeichnet.

Die gesamte Aktion, von dem Design der Flaschen über den Transport quer durch Europa bis zu den Reaktionen der Bewohner von Evian dokumentiert der 160-Sekünder „Wasserwahnsinn“, den es ab sofort unter www.swdu.de/trinkwasser und auf der Aktionsseite www.waternotwaste.eu zu sehen gibt. Die Abfüllung in Plastikflaschen, die Paletten- Konfektionierung sowie der Transport im Lkw über mehrere hundert Kilometer wurde so vollzogen, wie es in industriellen Produktions- und Logistikprozessen tägliches Geschäft ist. Der enorme Aufwand, der betrieben werden muss, um Wasser abzufüllen, zu etikettieren und anschließend in zehntausende Verkaufsstellen zu transportieren zeigt deutlich: Das Trinken von Leitungswasser ist auch aktiver Klima- und Umweltschutz. Neben den eingesparten CO2-Emissionen durch unnötige Transportwege wird die Umwelt auch von Millionen Einweg-Plastikflaschen befreit.

Die Aktion der Stadtwerke Duisburg AG richtet sich nicht gegen einen speziellen Anbieter von Mineralwasser, sondern soll dazu beitragen, den Bürgern zu verdeutlichen, dass Trinkwasser aus dem Hahn der beste und ökologischste Durstlöscher ist: Keine Transportwege, kein umständliches Tragen, keine leeren Flaschen und ein unschlagbar attraktiver Preis von durchschnittlich rund 0,2 Cent pro Liter. Leitungswasser hält jedem Vergleich stand, wie auch die letzten Testergebnisse von Stiftung Warentest (2019) zeigen.

 

Wasserwahnsinn – ein paar Fakten:

  1. Viele dieser importierten Wasserflaschen bestehen aus Plastik. Und tragen damit zu der ungeheuren Menge von 16,4 Milliarden Plastikflaschen bei, die pro Jahr in Deutschland verbraucht werden. Das entspricht 1,9 Millionen Plastikflaschen pro Stunde[1]. Oder knapp 45 Millionen Plastikflaschen pro Tag. Jeden Tag.
  2. Rund 1,1 Milliarden Liter Wasser wurden allein im Jahr 2019 nach Deutschland importiert.[2]
  3. Beim europäischen Transport von Trinkwasser werden pro Liter rund 1.400 Mal mehr CO2 produziert als bei Wasser aus der Leitung. Kein Wunder. Das Wasser aus dem europäischen Ausland wird meist per Lkw über hunderte Kilometer nach Deutschland gebracht.[3]
  4. In Deutschland gehört Trinkwasser aus der Leitung zu den am besten überwachten Lebensmitteln.[4] Laut Verbraucherzentrale ist Leitungswasser in Deutschland flächendeckend von sehr guter Qualität und genauso empfehlenswert wie gekauftes Mineralwasser.[5]
  5. In Deutschland kostet ein Liter Wasser aus der Leitung im Schnitt 0,2 Cent. Ein Liter Mineralwasser aus dem Supermarkt kostet durchschnittlich zwischen 19 und 50 Cent. Für einen Euro bekommt man also 500 Liter Trinkwasser oder 2 bis 5 Flaschen Mineralwasser aus dem Supermarkt.

 

[1] GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (2018) Studie „Aufkommen und Verwertung von PET Getränkeflaschen in Deutschland 2017“, eigene Berechnungen.

[2] Verband Deutscher Mineralbrunnen. (2020). Import und Export von Mineralwasser nach bzw. aus Deutschland in den Jahren 2005 bis 2019* (in Millionen Liter). Statista. Statista GmbH. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/76919/umfrage/deutschlands-import-und-export-von-mineralwasser-seit-2005/

[3] BUND. (2018). Aus unseren Wasserhähnen läuft bestes Trinkwasser. https://www.bund-bawue.de/tipps/detail/tip/teuer-umweltschaedlich-der-ueberfluessige-griff-zum-mineralwasser/

[4] Umweltbundesamt. (2019). Leitungswasser schon die Umwelt. https://www.umweltbundesamt.de/themen/leitungswasser-schont-die-umwelt

[5] Verbraucherzentrale Baden Württemberg. (2019). Kann man Leitungswasser trinken. https://www.verbraucherzentrale-bawue.de/wissen/umwelt-haushalt/wasser/kann-man-leitungswasser-trinken-34836

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