Christo im Haus Lange (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation)

Krefeld. Christo verpackte 1971 Museum Haus Lange in Krefeld

Der Verhüllungskünstler Christo ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Gemeinsam mit seiner bereits 2009 verstorbenen Frau und Künstlerpartnerin Jeanne-Claude hat er in den vergangenen Jahrzehnten weltweit die Menschen beeindruckt. Spuren seines künstlerischen Schaffens hat der gebürtige Bulgare vor 49 Jahren auch in Krefeld hinterlassen. Die Innenräume und Parkwege von Haus Lange hat Christo 1971 verpackt. Bereits 1970 stellte er im Kaiser-Wilhelm-Museum aus.

Die Krefelder Museen haben jungen Künstlern häufig als erste in Deutschland ein großes Forum geboten. Die Zeitungen bezeichneten Ende der 1960er und Anfang der 1970er-Jahre die Häuser deswegen häufig als „Avantgarde-Museen“. Zu dieser Zeit war der Verhüllungskünstler jedoch längst kein Unbekannter mehr: In Paris verpackte Christo 1958 Flaschen, 1962 ein Fahrrad und später unter anderem die Berner Kunsthalle. Das Kaiser-Wilhelm-Museum zeigte von Mai bis Juni 1970 zum ersten Mal in Deutschland „Christo, Wrapped Coast 1 000 000 SQ.FT. – 305 000 Quadratkilometer verpackte Küste“. Damals hatte er Bereiche der australischen Küste verhüllt. Ein Jahr später, im Mai 1971, kam der Bulgare selbst in die Samt- und Seidenstadt für sein Projekt „Verpackte Fußböden und verpackte Parkwege“ im und um Haus Lange an der Wilhelmshofallee.

Nachdem das Museum zuvor für eine andere Ausstellung der Künstlergruppe HausRucker-Co unter einer Traglufthalle verpackt worden war, wurde es ausgepackt, um von Christo wieder eingepackt zu werden. Große Rollen braunen Packpapiers, meterweise Klebeband und Stoffbahnen lagen im Frühjahr dafür in Haus Lange parat. Seinen honorarfreien Auftritt in Krefeld bestimmte zuerst nur eine Tätigkeit wie eine Lokalzeitung schrieb: „… und er klebte und klebte und klebte.“ Fenster für Fenster, die Heizkörper, Vitrinen und Wandsockel in Haus Lange verschwanden unter dem Packpapier. Um seine Finger vor dem Filmkrepp zu schützen, trug Christo türkisfarbene Gummihandschuhe. Angesichts der großen Aufgabe half ihm der Hausmeister des Kaiser-Wilhelm-Museums. Der durfte allerdings nicht selbst kreativ werden, sondern arbeitete dem wortkargen Meister zu. Die Innenräume und die Wege des Parks legte der Künstler mit Stoffbahnen aus. „Christo hat im Grunde nur etwas verpackt, um anderes stärker sichtbar und erlebbar zu machen“, beschrieb eine Lokalzeitung seine Arbeit.

Angesichts seines schon damals hohen Bekanntheitsgrades waren die Besucherresonanz und Berichterstattung recht groß. Gleichzeitig wurde im KaiserWilhelm-Museum seine Foto- und Materialmontage für seine Sonderausstellung in Haus Lange präsentiert, die während der Schau noch mit aktuellen Beiträgen ergänzt wurde. Die Krefelder Christo Ausstellung in Haus Lange endete am 27. Juni 1971. Im Besitz der Kunstmuseen Krefeld befinden sich einige seiner Arbeiten.

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