v.l. Ruhrschäfer Florian Preis, Schafpatin Jennifer Kebeiks, Sabine Bergforth (Kulturbüro), Kulturbeigeordneter Apostolos Tsalastras, Kulturbereichsleiter Volker Buchloh sowie Künstler Volker Köster mit dem Schaf Orange (Foto: Stadt Oberhausen)
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Oberhausen. Mit einem außergewöhnlichen Filmprojekt bewirbt sich der Oberhausener Künstler Volker Köster um einen der vom NRW Kultursekretariat erstmals ausgeschrieben Kunstpreise CityARTists 2020: Ein Schaf namens Orange soll mit einer Kamera auf dem Rücken von Weide zu Weide durch das Oberhausener Stadtgebiet ziehen. Natürlich nicht allein, sondern mit der Herde von Ruhrschäfer Florian Preis. Die Idee, die dahinter steckt: eine ganz subjektive Wahrnehmung des urbanen Raums zu schaffen – nicht aus Menschensicht, sondern aus der Schafsperspektive. Und da die Äcker und Weiden, zu denen Ruhrschäfer Preis seine Herde führt, meist in den Randgebieten der Stadt liegen, ergibt sich somit noch mal ein ganz eigener Blick auf Oberhausen. Sicherlich gibt es dabei auch reizvolle Ansichten von Industrieanlagen in Sterkrade, Bahntrassen und Wegstrecken entlang der Emscher zu entdecken. Das unterstreicht auch Oberhausens Kulturbeigeordneter Apostolos Tsalastras: „Es braucht manchmal eine ganz neue Sicht auf die eigene Stadt, um neue Perspektiven zu entwickeln. Dies gelingt in diesem Kunstprojekt auf eine ganz besondere und sympathische Weise.“

Aus dem aufgenommenen Filmmaterial wird Volker Köster ein 20-minütiges Drei-Kanal-Video kreieren, das dann als Loop (Dauerschleife) an öffentlichen Orten gezeigt wird. Um das sinnliche Eintauchen in eine Schafsherde zu ermöglichen, wird eine Installation aus drei Leinwänden aufgebaut, in die sich die Betrachterinnen und Betrachter stellen. Der Name des Kunstprojekts: Video Triptychon. „Ich würde mich sehr freuen, wenn uns das Schaf Orange, vermittelt durch den besonderen Blick des Video-Künstlers Volker Köster,  eine zweifellos sehr ungewöhnliche Sicht auf unsere Stadt eröffnen könnte“, erklärt Kulturbereichsleiter Volker Buchloh.

CityARTists 2020 richtet sich an Künstlerinnen und Künstler, die das 50. Lebensjahr vollendet haben. Aus jeder der 20 Mitgliedstädte des Kultursekretariats nimmt ein Künstler/eine Künstlerin teil. Eine Jury wählt im Sommer zehn Bewerberinnen/Bewerber aus, an die jeweils ein Preisgeld als Stipendium in Höhe von 5.000 Euro vergeben wird.

In Oberhausen hatten sich elf Künstler um eine Teilnahme an CityARTists 2020 beworben. Eine fünfköpfige Jury wählte das Projekt von Volker Köster aus: Dr. Wilfried Darlath, 2. Vorsitzender des Vereins für aktuelle Kunst, Philipp Valenta, Künstler u.a. im Kunsthaus Haven, Stefan Becker-Schmitz, Künstler und Dozent an der Hochschule für Bildende Künste Essen, Linda Schmitz-Kleinreesink, Ludwiggalerie Schloss Oberhausen, sowie Renée Dahms, 2. Vorsitzende des Kunstvereins Oberhausen e.V.

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