Foto von der Videokonferenz
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Duisburg. Nach fünf Jahren Planung und Gesprächen stimmten die evangelischen Kirchengemeinden in Rheinhausen und Rumeln-Kaldenhausen für das Zusammengehen zu einer Gesamtkirchengemeinde

Mit dem 1. Januar 2021 startet nicht nur das neue Jahr, sondern im Duisburger Stadtgebiet auch eine neue Kirchengemeinde:  Die Presbyterien, die gewählten Leitungen, der Rheinhausener Ev. Christus-, Friedens- und Erlöserkirchengemeinde sowie der Ev. Kirchengemeinden Friemersheim und Rumeln-Kaldenhausen haben dafür gestimmt, sich zu einer Gesamtkirchengemeinde zusammenzuschließen.

In einer Videokonferenz trafen sich jetzt Vertreterinnen und Vertreter aus den Gemeinden erneut in der Strukturgruppe, um die weiteren anstehenden Planungen voranzubringen.
Wolfram Syben, Superintendent des Kirchenkreises Moers, der die Videokonferenz leitete,  beglückwünschte die Kirchengemeinden. Er bedankte sich für die intensive Arbeit der vergangenen Jahre. In dieser Zeit sind in öffentlichen Versammlungen die Meinungen und die Vorschläge der Gemeindeglieder gehört worden. Gespräche wurden geführt mit den Mitarbeitenden und den Mitarbeitendenvertretungen, mit vielen Gemeindegruppen von der Jugendarbeit bis zum Seniorenkreis. „Sie haben die Beratungen für diesen zukunftsweisenden Zusammenschluss in den zurückliegenden Jahren sehr intensiv geführt, dafür bin ich Ihnen dankbar. Sie haben sich die Zeit genommen, die nötig war, um die Hoffnungen und Sorgen zu hören, zu bedenken und in die Planungen aufzunehmen. Für den weiteren Weg wünsche ich der Gemeinde Gottes Segen.“

„Grünes Licht muss jetzt noch die Landeskirche geben“, weiß Anne Eichhorn, Vorsitzende des Ev. Gemeindeverbandes Rheinhausen und Rumeln-Kaldenhausen, in dem die Zusammenarbeit der fünf Gemeinden bereits erprobt ist, und äußert sich optimistisch: „Wir gehen von einer Zustimmung der Kirchenleitung aus, denn kirchenrechtlich ist auf dieser Ebene bereits alles geprüft und das Zusammengehen ist sinnvoll. Wir können somit in Zukunft besser planen und unsere jeweiligen Stärken besser zusammenbringen.“ Während z. B. manche Kirchengemeinden hinsichtlich der kulturellen Angebote, in der Seniorenarbeit oder bei Gruppen mit jungen Eltern Schwerpunkte haben, sind andere in der Jugendarbeit stärker aufgestellt. „Die jüngere Generation schert sich sowieso nicht um Gemeindegrenzen, sondern nutzt die Angebote, die sie gut findet. Auch viele Mitglieder anderer Generationen sind so mobil, dass sie schon jetzt interessiert die Angebote in benachbarten Gemeinden wahrnehmen“, fasst Anne Eichhorn die Beobachtung der Gemeinden zusammen.

Die Monate bis zum 1. Januar werden rasend schnell vorübergehen, hat die Videokonferenz gezeigt. Vieles muss jetzt organisiert werden. Z.B. muss ein neues Siegel entstehen, ohne das eine Kirchengemeinde nicht arbeiten darf. Bereits diesen Herbst müssen die Vorbereitungen getroffen werden, damit die Leitungsorgane der Gemeindebereiche, die Presbyterien, im Februar neu gewählt werden – und damit indirekt auch das Presbyterium der Gesamtkirchengemeinde. Dafür müssen Kandidatinnen und Kandidaten gefunden werden. Zudem muss gemeinsam mit dem Kirchenkreis Moers ein Bevollmächtigtenausschuss gebildet werden, der ab dem 1. Januar bis zur Wahl der neuen Presbyterien die Gemeinde leitet. „Außerdem werden wir z.B. mit den Mitarbeitenden und der Mitarbeitervertretung den Übergang der Arbeitsverträge in die neue Gemeinde mit ihren bisherigen Rechten und Pflichten organisieren. Langweilig werden auch die nächsten Monate nicht“, lacht Anne Eichhorn.

Weitere Informationen:

Die jetzigen Gemeinden werden starke Bereiche der Gesamtkirchengemeinde mit jeweils eigenen Presbyterien bleiben. Gewählt werden diese von den Gemeindegliedern des jeweiligen Bereiches. Die einzelnen Bereichspresbyterien entsenden Vertreterinnen und Vertreter in das Gesamtpresbyterium. Dadurch behalten die einzelnen Gemeindebereiche und damit die Wählerinnen und Wähler über ihre entsandten Abgeordneten auch gesamtkirchengemeindlich ein starkes Mitspracherecht und die jeweiligen Bereichsschwerpunkte und -interessen bleiben berücksichtigt.

Jede und jeder, die/der Freude daran hat, den Gemeindebereich als Presbyterin oder Presbyter  mitzugestalten, möge sich an die Pfarrerin bzw. den Pfarrer vor Ort wenden.

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