Torsten Gerlach, Parteiloser Bürgermeisterkandidat, Moers (Foto: Martin Barth)
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Moers. Die Stadtparksatzung und damit auch die umfangreiche Möglichkeit im Moerser Stadtpark zu grillen, wird in der kommenden Woche erneut Thema im Moerser Stadtrat sein. Dazu äußert sich auch der parteilose Bürgermeisterkandidat Torsten Gerlach als Beispiel für seine Vorstellung von direkter Bürgerbeteiligung: “Aus vergangenen Bürgergesprächen wie auch der lokalen Berichterstattung weiß ich, dass das Thema „Grillen im Park“ sehr kontrovers und teilweise emotional diskutiert wird.” Für zahlreiche Moerserinnen und Moerser führen Aspekte wie das Brandrisiko, der Lärm, die Rauchentwicklung, der zusätzliche Müll und die daraus resultierenden Entsorgungskosten dazu, dass sie sich ein Grillverbot oder zumindest eine deutlichere Beschränkung in den öffentlichen Parkanlagen der Stadt Moers wünschen.

“Der Wunsch ist für mich nachvollziehbar, auch ich wünsche mir einen Stadtpark, der in erster Linie als grüne Oase der Erholung dient. Mehr Sinn würde ich dagegen in der Reaktivierung des Pavillons im Bereich des Spielplatzes sehen”, resümiert Gerlach. Fakt sei auch so der Bürgermeisterkandidat, dass die Stadt Moers im direkten Umkreis zu den sehr wenigen Städten gehöre, die ein solches öffentliches Grillen überhaupt erlaube. In den Nachbarstädten ist es verboten oder es werden zusätzliche Gebühren dafür erhoben.

“Wie aber kommt es dann trotzdem zu einer tragfähigen Mehrheit im Stadtrat, wenn offensichtlich zahlreiche Moerserinnen und Moerser anderer Meinung sind?”, hinterfragt der 35 Jahre alte Hauptkommissar der Bundespolizei. Das Prinzip sei für Gerlach klar: Wer im Stadtrat die Mehrheit stellt, hat für die gesamte Wahlperiode die Deutungshoheit über den Willen und die Interessen der Moerser Bürgerschaft.

“Was aber wenn sich diese Interessen im Laufe der Zeit ändern? Eine digitale Umfragemöglichkeit – beispielsweise durch eine APP – könnte ein hilfreiches Instrument für transparentere Entscheidungen und eine direktere Bürgerbeteiligung sein”, schlägt Gerlach vor. Zu relevanten Problemen oder kontroversen Themen können zeitnah Umfragen geschaltet werden. Registrieren kann sich nur, wer in Moers wohnt. Die Ergebnisse können dem Stadtrat als Anhalt dienen. Sie sind natürlich nicht verbindlich, jedes Ratsmitglied bleibt frei in seiner Entscheidung. Die öffentliche Debatte im Rat bzw. den zuständigen Ausschüssen würde aber um das aktuelle Meinungsbild der Bürgerschaft erweitert werden. Idealerweise werden die zukünftigen Sitzungen live übertragen und aufgezeichnet.

“So geht zeitgemäße Transparenz und direktere Bürgerbeteiligung im Jahr 2020”, begründet der parteilose Kandidat.

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