Wenn Pfarrer Heinrich Bösing (links) die Pfarrei St. Martinus verlässt, wird Pfarrer Herbert Werth zum Pfarrverwalter ernannt (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)
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Moers. Pfarrer Heinrich Bösing verlässt die Pfarrei Ende August

Nach dem Ausscheiden von Pfarrer Heinrich Bösing aus dem Amt des leitenden Pfarrers in der katholischen Kirchengemeinde St. Martinus in Moers Ende August wird es eine neue Leitungsstruktur in der Pfarrei geben. Ein Nachfolger als leitender Pfarrer ist nach Aussage der Bistumsleitung in Münster nicht in Sicht. Aus diesem Grund soll zukünftig die Leitung der Pfarrei in zwei Bereiche unterteilt werden, in den Bereich der Verwaltung und den der Pastoral. Pfarrer Herbert Werth aus der Pfarrei St. Josef in Moers wird zum Pfarrverwalter ernannt. Gemeinsam mit dem Kirchenvorstand verantwortet er den Bereich der Verwaltung. Die Verantwortung für den pastoralen Bereich übernimmt das Seelsorgeteam gemeinsam mit dem Pfarreirat. Die Leitung des Seelsorgeteams wird Pfarrer Gerhard Fliß übertragen, der als Pastor bereits seit zwei Jahren Mitglied des Seelsorgeteams ist.

Am vergangenen Montag, 15. Juni, haben Weihbischof Rolf Lohmann und der Personaldezernent des Bistums, Karl Render, den Pfarreirat sowie den Kirchenvorstand von St. Martinus über diese Entscheidung informiert. Am folgenden Mittwoch wurden auch die Gremien von St. Josef informiert. Bei dem Treffen in St. Martinus stellte der Weihbischof in aller Deutlichkeit fest, dass das Bistum ein gravierendes Personalproblem habe: „Es sind einfach nicht genügend Priester da, die die Aufgabe eines leitenden Pfarrers übernehmen könnten“. Render verwies auf die im Bistum schon begonnenen Überlegungen, aufgrund der zunehmend fehlenden Priester neue Leitungsmodelle in den Gemeinden zu entwickeln, die der Situation vor Ort Rechnung tragen sollen. „Wir müssen in diesem Punkt neu denken. Das Festhalten an alten Strukturen wird der veränderten Situation nicht mehr gerecht“, erklärte Render. Beide sehen in neuen Leitungsmodellen eine Chance für ein stärkeres Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen in den Gemeinden und für eine größere Beteiligung an pastoralen Entscheidungen.

Die Tatsache, dass es seit Januar dieses Jahres einen Verwaltungsreferenten gibt, der zu gleichen Anteilen für St. Martinus und St. Josef zuständig ist, erleichtert die getroffene Entscheidung für die neue Leitungsstruktur. Er wird Pfarrer Werth als neuem Pfarrverwalter in vielen rechtlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen zuarbeiten können.

Werth und Bösing sind sich einig: „Natürlich sind für alle Beteiligten heute noch viele Fragen offen. Denn zwischen Verwaltung auf der einen Seite und pastoraler Arbeit auf der anderen gibt es manche Schnittstellen, an denen alle Verantwortlichen in guter Abstimmung miteinander einen  gemeinsamen Weg zu finden haben. Wir wagen etwas Neues, aber wir haben die berechtigte Hoffnung, dass es für die Pfarrei ein guter Weg in die kommenden Jahre werden kann.“

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